Hochansteckendes Virus unter Kindern im Umlauf

Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Ein hochansteckendes Virus ist derzeit in Dorsten im Umlauf, das vor allem Kinder befällt und durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen wird. Aber auch Erwachsene haben sich schon angesteckt.

DORSTEN

von Von Michael Klein

, 21.10.2011, 18:19 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Von Säuglingen bis zum Teenager", muss Waldemar Meinzer, Kinderarzt in Dorsten, augenblicklich viele Kinder behandeln, die an der so genannten "Hand-Fuß-Mund"-Krankheit leiden. "In der Krabbelgruppe und im Bekanntenkreis sind so viele Kinder krank, dass man schon fast von einer kleinen Epidemie sprechen kann", informierte ein betroffener Vater: "Auch ich habe mich angesteckt, mein Hausarzt wusste zunächst gar nicht, was er von den Symptomen halten soll."

Ein Aushang im St. Josef-Kindergarten in Hervest weist betroffene Eltern darauf hin, erkrankte Kinder tunlichst zu Hause zu behalten. "Das Virus soll sich bei uns nicht weiter verbreiten", sagt Erzieherin Rita Große-Hüttermann. Sie hat im vergangenen Jahr erstmalig von der Krankheit gehört, die nun auch ihre Einrichtung getroffen hat. "Mindestens 20 Prozent der Kinder sind krank", schätzt sie.

Überall rote Bläschen

Die Betroffenen bekommen an Händen, Füßen, im und rund um den Mund (deshalb auch der Name der Krankheit) kleine rote, herpesähnliche Bläschen, meist auch Fieber.

"An Füßen und Händen jucken die Bläschen, im Mund tun sie weh", sagt Rita Große-Hüttermann. Sobald sie solche Anzeichen bei den Kindern entdeckt, informiert sie die Eltern und bittet sie, mit den Kindern einen Kinderarzt aufzusuchen.

Eine richtige Vorgehensweise, meint Mediziner Waldemar Meinzer: "Ein Kinderarzt sollte immer informiert werden, da der Krankheitsverlauf beobachtet werden muss", sagt er. Normalerweise sei die Infektionskrankheit harmlos, könne aber bei immungeschwächten Kindern einen problematischeren Krankheitsverlauf nehmen.

"Kein Grund zur Panik"

Die Krankheit, die auch als "falsche Maul- und Klauenseuche" bezeichnet wird, ist nicht meldepflichtig. Die Bläschen heilen meist nach zehn Tagen ab, eine Therapie ist nicht möglich und im Normalfall auch gar nicht nötig. "Es besteht also überhaupt kein Grund zur Panik", sagte Kinderarzt Waldemar Meinzer am Freitag.

 

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