Hohe Waldbrandgefahr in Hoher Mark und Haard: „Ein Funke reicht schon“

mlzWaldbrände

Die anhaltende Trockenheit erhöht die Waldbrandgefahr. In der Hohen Mark und in der Haard hat es bereits erste Brände gegeben. Größter Gefahrenherd sind fahrlässige Waldbesucher.

Dorsten/Haltern

, 02.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Das war kein einfacher Einsatz für die Feuerwehr. Am Sonntagnachmittag brannte es in der Hohen Mark in Lembeck an der Stadtgrenze zu Haltern. Etwa eine Stunde brauchten die Einsatzkräfte, um in dem unwegsamen Gelände das Feuer zu finden. Hilfe bei der Orientierung bekamen sie durch einen Helikopter der Polizei.

Rund 600 Quadratmeter Waldboden standen in Flammen. Mehrere Tankfahrzeuge brachten gut 13.000 Liter Wasser zur Einsatzstelle. Ein Feuerwächter hatte den Brand von seinem Wachturm auf dem Galgenberg entdeckt und schnell gehandelt.

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Auch in der Haard brannte es in der vergangenen Woche. „Zum Glück war das nur ein kleiner Waldbrand, der schnell von unserem Feuerwächter entdeckt wurde“, sagt Kersten Blaschczok, Forstamtsleiter Haard bei RVR Ruhr Grün.

Geht es nach dem Waldbrandgefahrenindex (WBI) des Deutschen Wetterdienstes, ist die Gefahr im Moment noch überschaubar. Demnach gilt in dieser Woche die dritthöche Waldbrandstufe im Kreis Recklinghausen. „Die Haard ist aber ein Spezialfall und in der Regel immer eine Stufe höher anzusehen“, sagt Kersten Blaschczok. Grund sei der immer noch große Anteil an schnell entzündlichen Nadelbäumen und der sandige Boden, der kaum Wasser speichere.

In der Hohen Mark sei die Situation aus ähnlichen Gründen ebenfalls „sehr problematisch“, warnt Revierförster Michael Reidemeister. „Es hat seit Wochen nicht richtig geregnet und der Wind hat auch gedreht. Wir haben jetzt eine relativ starke Westströmung, die bei einem Feuerausbruch sehr problematisch wäre.“ Für die nächsten Tage sei weiterhin kein Regen in Sicht. „Es ist alles elendig trocken. Ein Funke reicht da schon.“

Hohe Waldbrandgefahr in Hoher Mark und Haard: „Ein Funke reicht schon“

Es dauerte fast eine Stunde, bis die Feuerwehr in dem unwegsamen Gelände in der Hohen Mark an den Gefahrenort gelangte. © Guido Bludau

Die beiden jüngsten Brände zeigen, wie wichtig das Frühwarnsystem mit den Feuerwachtürmen ist. „Wenn wir die nicht hätten ...“, setzt Michael Reidemeister an. „Die haben uns in diesem und auch in den verganenen Jahren sehr geholfen und häufig Schlimmeres verhindert.“ Zwei solcher Türme stehen in der Haard, einer in der Hohen Mark.

Walbrandkarten und Rettungspunkte helfen bei der Orientierung

Für die Hohe Mark und die Haard gibt es Waldbrandkarten, die der Feuerwehr zur Verfügung stehen und in denen sämtliche Hydranten und befahrbare Wege eingezeichnet sind. Bei der Standortbestimmung im Wald helfen außerdem sogenannte Waldrettungspunkte.

„Die größte Waldbrandursache ist die Fahrlässigkeit einiger Waldbesucher“, sagt Kersten Blaschczok und ruft zur Vorsicht auf. Vom 1. März bis zum 31. Oktober gilt in den Wäldern Nordrhein-Westfalens Rauchverbot, Feuermachen ist im Wald und im Abstand von 100 Metern generell verboten.

Heißer Auspuff kann trockenes Gras entzünden

Man sollte kein Glas im Wald hinterlassen, weil der Brennglaseffekt ein Feuer entfachen kann. Waldwege und Zufahrten sind freizuhalten und Autos sollten nur auf befestigten Flächen abgestellt werden, um zu verhindern, dass ein heißer Auspuff oder Katalysator Gras in Brand setzt. Zigaretten sollten immer ausgedrückt werden. „Insbesondere entlang der Straßen lösen glimmend weggeworfene Kippen immer wieder Waldbrände aus“, mahnt der Landesbetrieb Wald und Holz.

Waldbesucher, die einen Brand entdecken, sollten umgehend die 112 (und nicht den Förster) anrufen und den Gefahrenort auf dem kürzesten Weg verlassen.

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