Holsterhausener (51) hat den Sturz nicht überlebt

Tragisches Unglück in Bayern

Seit Dienstag letzter Woche (9.9.) wurde ein 51-jähriger Holsterhausener vermisst, der von einer Bergwanderung in der Nähe von Bad Tölz/Lenggries in Oberbayern nicht zurückkehrte. Am Dienstag (16.9.) wurde er tot aufgefunden.

Holsterhausen/Bad Tölz

von Von Klaus Rosenkranz

, 14.09.2014, 12:16 Uhr / Lesedauer: 3 min

„Allerdings ist das Gebiet sehr unwegsam und steil.“ So konnten die sieben eingesetzten Hunde kaum etwas ausrichten. Gefunden wurde die Leiche von einem der beiden Hubschrauberpiloten. Die Unglücksstelle war vom Boden aus nicht einsehbar. „Der Verletzte, der am Dienstag letzter Woche in einen Hagelsturm am Berg gekommen war, steckte kopfüber in einer Felsrinne und hatte starke Kopfverletzungen sowie erhebliche Verletzungen am Becken und den Oberschenkeln. Es gab keine Anzeichen, dass er selbst versucht hätte, sich aus der Lage zu befreien. Deshalb gehen wir davon aus, dass er schon verstorben war, als er in der Felsrinne aufschlug.“ Zwischen der vermuteten Absturzstelle und dem Fundort liegt eine über 50 Meter steil abfallende Felswand.

„Es gibt manchmal sehr makabere Zufälle“, so Schauer weiter. Kurz vor dem Fund des Holsterhauseners entdeckten die Suchmannschaften in der Nähe der Achselköpfe, die unweit der Benediktenwand liegen, eine zweite Leiche, die anhand von Papieren als ein 61-jähriger Münchner identifiziert wurde. Der Mann galt seit Juni 2013 - ebenfalls nach einer Bergwanderung - als vermisst.

„Die Hoffnung wird natürlich mit jeder Stunde, die vergeht, geringer.“ Simon Schauer, Sprecher der ermittelnden Polizeiinspektion Bad Tölz, klingt nicht mehr optimistisch, wenn er über der 51-jährigen Holsterhausener spricht. Am Wochenende wurde erneut intensiv nach dem sportlich durchtrainierten Urlauber gesucht. Auch ein Hubschrauber wurde eingesetzt, der aber witterungsbedingt wieder landen musste.

„Wir haben erneut versucht, die Funkzelle des Handys zu orten. Aber offensichtlich ist das Handy mittlerweile leer.“ Fest steht, dass sich der Dorstener am Dienstagnachmittag eine Karte der Bergbahn kaufte und vom Brauneck aufwärts fuhr. Oben wurde er von einem Hagelgewitter überrascht. Schauer: „Anzunehmenderweise hat er sich dann einen Schutz gesucht. Wenn er dann aber - beim Gewitter - einen Abstieg versucht hat, wird es vor allem dann gefährlich, wenn er den Weg verloren haben sollte.“ Am Dienstag (16.9.) soll erneut mit Polizei, Bergwacht und zwei Hubschraubern gesucht werden – wenn es die Witterung zulässt.

Der Mann war zu einer Wanderung vom Brauneck in Richtung Benediktinerwand aufgebrochen und wurde unterwegs – so berichtete der Tölzer Kurier – von einer Schlechtwetterfront überrascht. Während eine andere Wandergruppe bei einem Gewitter mit Starkhagel einen Alternativabstieg suchte und fand, blieb der 51-Jährige verschwunden. Seine Hauswirtin, bei der der Urlauber wohnt, meldete ihn daraufhin am Mittwochvormittag als verschollen. Seitdem suchen Mitglieder der Bergwacht und der Polizei nach dem Mann. Der Einsatz eines Hubschraubers war wegen des schlechten Wetters allerdings nicht möglich.

Die Polizei hat nach der Auswertung der Handydaten Anhaltspunkte, wo sich der Dorstener zuletzt aufgehalten haben könnte. „Wir haben eine Funkzellenauswertung vorgenommen“, so der zuständige Sachbearbeiter der Tölzer Polizei, Simon Schauer, im Gespräch mit dem Tölzer Kurier. „So konnten wir, zumindest ganz grob, feststellen, wo der Mann sich befand, als sich sein Handy zum letzten Mal ins Funknetz einloggte. Das war am Dienstagnachmittag gegen 16.40 Uhr im Bereich Probstenwand/Enzianhütte.“ Dort sucht die Bergwacht seither verstärkt – bislang allerdings ohne Erfolg. Hoffnung setzen Polizei und Bergwacht allerdings auf die körperliche Konstitution des 51-Jährigen: „Der Mann ist körperlich fit“, so Schauer. Die Suche wurde auch am Wochenende intensiv fortgesetzt.

Lesen Sie jetzt