Honsel wechselt von Rewe zu Edeka

Interview mit dem Firmenchef

Seine Mitarbeiter hat Ralf Honsel vor drei Wochen informiert und gebeten, dicht zu halten. "Das hat weitestgehend funktioniert", sagt der 49-Jährige mit einem Schmunzeln. Demnach dürfte die Überraschung für seine Kunden in Holsterhausen und Rhade gelungen sein. Sie kaufen nicht mehr bei Rewe, sondern bei Edeka ein.

20.09.2014, 09:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ralf Honsel wechselt den Großhandelspartner und somit das Hemd. Aus Rewe Honsel wird Edeka Honsel.

Ralf Honsel wechselt den Großhandelspartner und somit das Hemd. Aus Rewe Honsel wird Edeka Honsel.

Wie sind Sie denn nach zwölf Jahren aus den Rewe-Verträgen rausgekommen? Ach, das war gar nicht so schwer. Ich war einer der wenigen freien Rewe-Einzelhändler in Deutschland, konnte auch woanders kaufen, wenn die Ware besser war. Es gab nur ein paar Nebenverträge, die hatten aber kurze Kündigungsfristen.

Wie kurz? Vier Wochen.

Begeistert war Rewe sicherlich nicht, oder? Nein, wir zählten ja in der Rewe-Gruppe Dortmund zu den Top-10-Händlern. Die hätten uns gerne behalten, aber Rewe hat sich auch fair verhalten und uns nicht von der EDV abgekoppelt. Und uns bis zum letzten Tag einwandfrei beliefert.

Warum Edeka? Das war eine perspektivische Entscheidung für unser Familienunternehmen. Edeka hat in den letzten Jahren eine deutlich bessere Entwicklung gehabt, da wurden viele richtige Entscheidungen getroffen. Mehr Qualität, ein größeres Sortiment und größere Geschäfte. Das ist auch im Hinblick auf unser neues Geschäft in Hervest wichtig.Wieso? Wir werden eines Tages auf der alten Zechenfläche 2300 Quadratmeter Verkaufsfläche haben, in Holsterhausen und Rhade sind es jeweils ungefähr 1400 Quadratmeter. Das ist schon ein Unterschied.Also alles neu bei Honsel? Zunächst mal: Honsel bleibt Honsel. Die Mitarbeiter sind diesselben. Markenfleisch, Produkte aus eigener Herstellung, Frischfisch, Obst und Gemüse von regionalen Lieferanten - ich kann jetzt viel mehr als früher unsere Stärken herausstellen und auch in allen Stadtteilen gezielt werben. Es wird größere Handzettel und viel mehr Sonderangebote geben.

Womit wir beim Thema Preisgestaltung wären... Die Preise werden zunächst exakt übernommen. Wir werden sogar die alten Etiketten aufbewahren, damit das jeder kontrollieren kann. Die 1500 "Gut & Günstig"-Produkte werden wir in den nächsten Wochen allmählich einfließen lassen.

Sie haben fürs Foto schon mal das weiße Hemd gegen ein schwarzes getauscht. Was ändert sich optisch noch? Ich kann künftig stärker als Honsel auftreten. Es gibt ein Logo in unserem Schriftzug, ein Herz. Das hat mit unserem Slogan zu tun: aus Liebe zum Genuss.

Das klingt schön, aber Sie sind ja Geschäftsmann. Deshalb: Was kostet Sie die Umstellung? Das ist schon in der Größenordnung eines Einfamilienhauses zu sehen. Das rechnet sich nicht in zwei, drei Jahren, aber langfristig. Da bin ich mir sicher.

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