Bahn rechtfertig geplante Schließung der Parkplatz-Zufahrt mit Sicherheitsbedenken

mlzHotel Humbert bangt um Zukunft

Die Besitzer des Hotels Humbert bangen um die Zukunft ihres Hauses. Grund sind die Pläne der Bahn für den Bahnübergang an der B58. Die haben Auswirkungen auf ihre Belegungszahlen.

Wulfen

, 29.10.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bahn möchte fünf Bahnübergänge in Wulfen digitalisieren. Einer davon ist der Bahnübergang an der B58 (Weseler Straße) in unmittelbarer Nachbarschaft des Hotels Humbert. Dessen Besitzer bangen um die Existenz des Hauses, seitdem sie von den Plänen der Bahn gehört haben. Laut Bernd und Renate Humbert soll die direkte Zufahrt zum hoteleigenen Parkplatz am Burgring nicht mehr möglich sein.

Während die Bahn die Sicherheit ins Feld führt, gehen die Eheleute Humbert davon aus, dass ihnen die Gäste ausbleiben: „Unser Parkplatz wird regelmäßig von Lkw-Fahrern und Transporter-Fahrern belegt, wenn diese bei uns im Hotel übernachten.“ Werde die Zufahrt zum Parkplatz abgeriegelt, „bleiben unsere Gäste aus“, fürchten Bernd und Renate Humbert.

Planung war im ersten Anlauf nicht genehmigungsfähig

Das Eisenbahnbundesamt bestätigt, dass die DB Netz AG, sie ist die Vorhabenträgerin, Ende November 2018 das Planungsrecht für Änderungen am Bahnübergang in Wulfen beantragt habe. „Die Planung war indes nicht genehmigungsfähig, weil die Sicherheit beim Linksabbiegen in die Straßen Burgring und Kippheide wegen der fehlenden Räumungsstrecke nicht gewährleistet war“, sagt Moritz Huckebrink, Sprecher des Eisenbahn-Bundesamtes, auf unsere Anfrage.

Rückstau könnte dazu führen, das Kfz auf Schienen stehen

Damit spielt er auf den Rückstau an, den Linksabbieger zum Parkplatz Burgring verursachen könnten. Der wiederum könnte dazu führen, dass Fahrzeuge auf den Schienen stehen bleiben müssen. Wenn sich dann die digital betriebene Schranke senkt, sind Leben in Gefahr, weil ein Zug naht.

Genau das müsse die DB Netz AG vermeiden, da sie die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gewährleisten muss. „Die Planfeststellungsbehörde entscheidet bei Änderungen von Betriebsanlagen der Bahn darüber, ob die Planungen zulässig sind, ob das Vorhaben technisch machbar ist und ob die Ausführung den geltenden Sicherheitsstandards entspricht“, so Huckebrink.

Das Eisenbahnbundesamt gehe aber davon aus, dass die DB Netz AG noch Abstimmungsgespräche mit der Straßenverkehrsbehörde und den Anliegern führt, „damit eine sichere und regelkonforme, aber gleichwohl mit den Interessen der Anlieger vereinbare Lösung herbeigeführt werden kann“.

Am 4. November wird es ein letztes Gespräch geben

Tatsächlich wird es am 4. November nachmittags ein drittes und letztes Gespräch mit den Eheleuten Humbert, Vertretern der Stadt Dorsten und der Bahn AG geben. Auch die Eheleute hoffen auf eine gütliche Einigung. Denn sonst könnte die Bahn im Zuge des Planfeststellungsverfahrens tatsächlich eine Schließung der Zufahrten zu ihrem Parkplatz erreichen.

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