Seit gut einer Woche liegt eine Rohrleitung auf der Fahrbahn der Straße "An der Wienbecke" und irritiert noch immer die Autofahrer. © Michael Klein
Verkehrsprobleme

„Huckel-Rohrleitung“ auf der Fahrbahn nervt Autofahrer in Dorsten

Wer hier nicht aufpasst, bekommt Probleme: Eine Rohrleitung quer über eine viel befahrene Straße in Dorsten sorgt bei Autofahrern für Irritationen. Doch warum liegt sie eigentlich da?

Die Verkehrsschilder zeigen an, dass die Verkehrsteilnehmer hier höchstens mit einer Geschwindigkeit von 10 km/h den „Huckel“ überqueren sollten. Auch ein Bodenschwellen-Schild hat die Baufirma aufgestellt, zudem liegen reflektierende Fahrbahnschwellen über dem Hindernis. Dennoch scheinen immer wieder Autofahrer die Baustelle an der Straße „An der Wienbecke“ im Bereich des Zechengeländes zu unterschätzen.

Es ist ein massives Rohr, das dort seit ein paar Tagen unter den Fahrbahnschwellen nahe der dortigen Bahnlinie liegt. „Immer wieder hört man Geräusche, als würden dort Autos mit dem Unterboden die Schwellen berühren“, so ein „Ohrenzeuge“, der oft auf dem Zechengelände unterwegs ist.

Ein Anwohner aus dem Stadtteil bat unsere Redaktion, die Autofahrer auf die Situation dort aufmerksam zu machen. Immerhin sei das Teilstück zwischen Wienbecke und Fürst-Leopold-Allee stark befahren, da dort viel Verkehr zwischen den Stadtteilen Hervest und Wulfen unterwegs ist.

Zum Glück keine Schäden

Auch in den Sozialen Netzwerken sorgt das Rohrkonstrukt für Irritationen. „Die Hoppelstelle ist schon deftig“, heißt es in einem Beitrag in einer Dorstener Facebook-Gruppe, „obwohl man wirklich darüber kriechen muss, haben doch schon einige Fahrzeuge aufgesetzt.“ Zum Glück ohne Schaden, aber dennoch erschrocken.

Doch warum liegt dort eigentlich ein solches Rohr über einer städtischen Straße? Christoph Winkel, stellvertretender Pressesprecher der Stadt, verweist auf das Düsseldorfer Energieunternehmen „Uniper“. Die Stadt habe lediglich in einer „verkehrsrechtlichen Anordnung“ auf die ordnungsgemäße Einrichtung der Baustelle hingewirkt.

Man sollte schon Schrittgeschwindigkeit fahren, wenn man die Rohrleitung überquert.
Man sollte schon Schrittgeschwindigkeit fahren, wenn man die Rohrleitung überquert. © Michael Klein © Michael Klein

Wie Ilona Fechtner (Uniper-Presseabteilung) auf Anfrage erklärt, sei die dortige Leitung ein 125er-Druckrohr. Durch dieses werde Spülwasser gepumpt, mit dem das Unternehmen die Dichtigkeit des ersten Teilstücks der neuen Gasleitung, die derzeit von Hervest zum Kraftwerk Scholven gebaut wird, überprüfe. „Das ist rechtlich vorgegeben, bevor wir sie in Betrieb nehmen dürfen“, sagt sie. Im Jahr 2022 soll das Netz fertig sein.

Die Konstruktion mit den „Halbrund-Rohren“ neben der Fahrbahn erklärt sie damit, dass dort das Spülwasser anschließend in die Kanalisation fließe. Die Leitung sei nur übergangsweise vorgesehen, „geplant ist, dass sie bis Ende Juni abgebaut sein wird“.

Sollte abzusehen sein, dass die Dichtigkeitsprüfung länger dauern muss, sei daran gedacht, die Konstruktion erst mal zu demontieren und zu einem späteren Zeitpunkt weiterzumachen, „um nicht zu lange an einem Stück den Verkehrsfluss zu behindern“. Für die Verkehrsteilnehmer sei die Sicherheit gewährleistet, betont Fechtner. „Sie ist so von der Stadt abgenommen worden.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
Zur Autorenseite
Michael Klein

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.