Kangal beißt Yorkshire tot, Schäferhund fällt Yorkshire-Mix an

mlzHundeangriffe in Dorsten

Ein freilaufender Kangal hat am Wochenende einen Yorkshire tot gebissen. Ein Yorkshire-Mix wurde grundlos von einem unangeleinten Schäferhund im Wald attackiert und schwer verletzt.

Dorsten

, 30.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei kleine Hunde sind am Wochenende in Dorsten von freilaufenden größeren Hunden attackiert worden. In einem Fall endete die Beißerei tragisch: Der Yorkshire starb nach einem Angriff durch einen Kangal im Ortsteil Tönsholt. Auf Facebook sprach sich das wie ein Lauffeuer herum.

Ein Kangal-Rüde (Symbolbild) hat in Tönsholt einen Yorkshire tot gebissen.

Ein Kangal-Rüde (Symbolbild) hat in Tönsholt einen Yorkshire tot gebissen. © picture alliance/dpa

Das Ordnungsamt der Stadt hat die Konsequenzen aus dem Vorfall gezogen. „Der Hund ist am Montagmorgen unabhängig von der Facebook-Diskussion aufgrund landeshunderechtlicher Vorgaben sichergestellt worden. Ein weiteres „gefahrengeneigtes oder schädliches Verhalten des Hundes ist damit unterbunden worden“, heißt es vonseiten der Stadt. Das gelte auch für die Zukunft.

Kangals sind Hütehunde und werden groß und schwer

Ein Kangal ist ein Hütehunde. Angeblich ist die Rasse selbstbeherrscht, ruhig und konzentriert. Männliche Tiere können eine Größe von bis zu 86 Zentimetern erreichen und bis zu 66 Kilogramm schwer werden. Diese Hunderasse stammt aus der Türkei und ist wegen ihrer Charaktereigenschaften zum Hüten von Schafen geeignet. In Tönsholt kam dem Kangal diese Aufgabe zu. Statt die Herde zusammenzuhalten, machte der Hund aber Jagd auf andere Hunde.

Der Kangal gehörte genauso wie der Schäferhund, der am Freitag auffällig wurde, zu den großen Hunderassen. Laut Landeshundegesetz erfordert „der Umgang mit großen Hunden eine durch sachkundige Haltung geprägte frühe Sozialisation, konsequente Erziehung und eine feste Hand“. Diese ließ der Schäferhund ebenso wie der Kangal vermissen.

Unangeleint stürzte sich der Schäferhund laut Auskunft eines Holsterhauseners am Freitagnachmittag in einem Waldstück Auf‘m Dieck in Holsterhausen auf seinen „Sammy“. „Mein Sammy hat sich noch hinter mir versteckt. Da war es aber schon zu spät“, sagt der Besitzer auf unsere Anfrage.

Der Schäferhund habe sich in den Hinterlauf des wesentlich kleineren Yorkshire-Mix verbissen. „Ich habe auf den beißwütigen Schäferhund eingeschlagen und ihn getreten. Nichts half zunächst“, sagt der 70-Jährige. Die Besitzerin habe wohl versucht, ihren Schäferhund zurückzurufen. Der habe aber nicht reagiert. „Der wollte meinem Hund ans Leben“, glaubt der Holsterhausener.

Anzeige beim Ordnungsamt erstatten

Aus den Fängen des Schäferhundes befreien konnte er seinen Hund erst, als er ihn auf den Arm nahm und weitere Beißattacken mutig mit Händen und Füßen abwehrte. Als Sammy in Sicherheit war, habe die Hundeeigentümerin ihren Hund wieder an die Leine genommen.

Sein „Sammy“ habe eine teure Tierarztbehandlung gehabt. Seine Rechte will der Holsterhausener über einen Anwalt einfordern. Das Ordnungsamt der Stadt wird erst aktiv, wenn eine Anzeige vorliegt. Die hatte der Mann aber bis Montag noch nicht erstattet.

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