Nach der Corona-Zwangspause werden Anbieter von Schwimmkursen in Dorsten überrannt. Die Wartelisten sind lang. © picture alliance/dpa
Schwimmkurse

Hunderte Kinder warten in Dorsten auf einen Schwimmkurs

Wer in Dorsten einen Schwimmkurs für sein Kind ergattert hat, kann sich glücklich schätzen. Die Anbieter werden mit Anfragen überhäuft und können oft nur auf die Warteliste verweisen.

Bei Mirko Bernhardt von der Schwimmschule im Hallenbad Wulfen steht das Telefon nicht mehr still. Eltern aus Dorsten, aber auch aus benachbarten Städten, versuchen verzweifelt, einen Platz für ihr Kind in einem Schwimmkurs zu ergattern. In anderen Dorstener Bädern ist die Situation ähnlich.

„In den vergangenen drei Wochen sind bei uns über 100 Anmeldungen nur für die normalen Schwimmkurse eingegangen. Aktuell stehen 250 Kinder auf unserer Warteliste“, erzählt der Geschäftsführer des Trägervereins und Vorsitzende vom für die Schwimmschule zuständigen FGB Dorsten-Wulfen.

Die coronabedingten Schließungen des Wulfener Bades hätten die Situation deutlich verschärft, da die Kinder nicht in weiterführende Kurse aufrücken und Platz für neue Kinder machen konnten. Wer sein Kind jetzt anmeldet, dem wird Bernhardt in diesem Jahr kein Angebot für einen Kurs mehr machen können.

Die Gruppen vergrößern, um mehr Kinder aufnehmen zu können, möchte er trotzdem nicht: „Darunter würde die Qualität leiden. Aktuell haben wir maximal eine eins zu fünf Betreuung und dabei soll es auch bleiben.“ Um künftig noch mehr Kurse anbieten zu können, ist die Schwimmschule dringend auf der Suche nach Übungsleitern. Mehr Infos dazu gibt es unter www.fgb-dorsten-wulfen.de/job-angebote/.

Sorge über Anstieg bei den Nichtschwimmern ist groß

Bernhardt bereitet die aktuelle Situation Sorge, denn er fürchtet, dass künftig noch weniger Kinder als bisher schon schwimmen lernen werden: „Diese Kinder werden irgendwann zu Jugendlichen, die cool sein wollen, mit ihren Freunden in den Baggersee springen und im schlimmsten Fall ertrinken.“

Mirko Bernhardt von der Schwimmschule im Wulfener Hallenbad kann sich vor Anfragen aktuell kaum retten.
Mirko Bernhardt von der Schwimmschule im Wulfener Hallenbad kann sich vor Anfragen aktuell kaum retten. Viele Eltern wollen nach der langen Schließung der Hallenbäder, dass ihr Kind endlich schwimmen lernt. © Manuela Hollstegge © Manuela Hollstegge

Für den Geschäftsführer ist drei das beste Alter, um mit einem Wassergewöhnungskurs zu beginnen. Doch wer das möchte, muss das Kind teilweise schon zwei Jahre vorher auf eine Warteliste setzen. Er rät Eltern, die jetzt auf einen Schwimmkurs warten, viel mit den Kindern ins Wasser zu gehen. Dabei gehe es hauptsächlich darum, ohne Angst Spaß im Wasser zu haben.

Freie Plätze in Wulfen bei „NRW kann schwimmen“

Noch wenige freie Plätze gibt es in Wulfen im zweiten und dritten Block des vom Land geförderten Projektes „NRW kann schwimmen“ für Schüler ab Klasse 3. Die Kosten betragen 10 Euro. Anmeldungen unter Tel. (02369) 79 89 42 7 bzw. per Mail an:schwimmschule@hallenbad-wulfen.de.

Erschöpfte Kapazitäten meldet auch der Verein Schwimmbad Lembeck. Die acht Crashkurse, die in den letzten beiden Ferienwochen stattfinden, sind bereits ausgebucht. „Obwohl wir gar nicht dafür geworben haben, war der Ansturm immens“, erzählt der Vorsitzende Ulrich Sick. Nach den Sommerferien starten in Lembeck zwar wieder die normalen Schwimmkurse, doch diese sind voll – also bleibt auch dort nur die Warteliste. Mehr unter www.schwimmbad-lembeck.de.

Elternschule: „Ist ist unfassbar“

Lang ist die Warteliste auch bei der KKRN-Elternschule mit Standorten in Dorsten, Haltern, Marl und Westerholt. „Es ist unfassbar. Nimmt man alle Standorte zusammen, haben wir über 560 Kinder auf Wartelisten“, erzählt Andrea Urbanksi von der Elternschule. Nach langer Pause starten demnächst unter anderem am Dorstener Krankenhaus wieder die Schwimmkurse für Kinder. Wer auf der Warteliste steht, wird informiert und kann sich dann für einen Kurs anmelden. Mehr Infos unter www.kkrn.de/kkrn-aktiv-ev/elternschule/.

Ebenfalls komplett ausgebucht sind die Ferien-Intensivschwimmkurse im Atlantis Dorsten. „Die Nachfrage dafür war sehr groß. Die Eltern wollen ihre Kinder jetzt schnell ans Schwimmen kriegen“, sagt Betriebsleiter Christian Krause. Nach den Ferien werden im Atlantis auch wieder normale Schwimmkurse starten. Wer schon einen Kurs besucht hat, erhält ein Vorbuchungsrecht – um die Restplätze (knapp 20 Prozent) müssen Eltern sich dann online bemühen. Mehr unter www.atlantis-dorsten.de.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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