Melanie Jordan kann derzeit Hundebesitzer und ihre Vierbeiner nur online unterrichten. © privat
Hundeschule

Hundetraining per Videokonferenz – nicht alles funktioniert gut

Auch Hundeschulen dürfen im Lockdown keinen Präsenzunterricht mehr anbieten. Eine Dorstener Hundetrainerin fand Alternativen. Sie sieht Vorteile im neuen Alltag, stößt aber auch auf Probleme.

Richtig nachvollziehen kann Melanie Jordan immer noch nicht, dass auch Hundeschulen im Lockdown kein Präsenzunterricht gestattet ist. „Wir arbeiten draußen an der frischen Luft und können die Abstände einhalten“, wundert sich die Dorstener Hundetrainerin.

Doch Hadern hilft nicht viel. „Ich versuche natürlich, das Beste daraus zu machen und in den Köpfen der Kunden zu bleiben“, meint Melanie Jordan. Deswegen bietet sie derzeit zwei Online-Kurse an, um den Unterricht in ihrer Schule „Menschund“ weiterführen zu können. „Das macht total viel Spaß“, zeigt sie sich von den bisherigen Stunden im Welpen- und im Allroundkurs (unter anderem Training der Kommandos Sitz, Platz, Steh) angetan.

Neun Quadratmeter Mindestfläche fürs Heim-Training

Dazu benötigen die Hundebesitzer im heimischen Haus oder Garten eine Fläche von drei mal drei Metern, um das Training durchführen zu können. Die Online-Kurse haben den gleichen Umfang und die gleichen Inhalte wie die entsprechenden Präsenz-Kurse. „Zunächst erkläre ich an einem Abend in einem Webinar die Theorie, in den folgenden vier Wochen wird dann trainiert“, erklärt Melanie Jordan die Struktur. Das Programm bietet die Möglichkeit, mit den jeweiligen Teams aus Hund und Besitzer verschiedene „Räume“ zu betreten, in denen sich die Hundetrainerin gezielt um einen Hund kümmern kann. „Die Geräuschkulisse wird sonst zu laut“, meint Melanie Jordan.

Weniger Ablenkung für Hunde und Halter

Einige Kunden stehen dem Video-Hundeunterricht eher skeptisch gegenüber. „Sie sagen, es ist ihnen zu kompliziert. Das betrifft gerade ältere Kunden oder solche mit weniger guter Internetverbindung“, weiß die Dorstenerin.

Dabei biete das Online-Training sogar einige Vorteile. „Es geht schneller voran, die Leute können besser zuhören und die Ablenkung für die Hunde ist minimal“, zählt Melanie Jordan auf. Allerdings fehlen ihr natürlich auch einige Aspekte, die sie nur im Präsenzunterricht trainieren kann.

„Draußen kann ich Kunden selbst das richtige Verhalten vormachen, um Fehlern vorzubeugen“, das vermisst die Trainerin. Sie versuche, das einigermaßen durch Beispiel-Videos mit ihren eigenen Hunden zu kompensieren, aber das habe keinen vergleichbaren Effekt. Auch mit Hunden mit Leinenaggression (diese bellen an der Leine andere Hunde und Menschen an) sei ein Online-Training natürlich schlecht möglich.

Training schützt vor Unwissenheit

Insgesamt sei Hundetraining gerade angesichts des aktuellen Hunde-Booms wichtig. „Gerade bei Welpen kann man sehr viel falsch machen, wenn man die Körpersprache des Hundes nicht lesen kann. Das Gros unterschätzt, dass junge Hunde nicht immer nett sind“, mahnt Melanie Jordan. Sie befürchtet, dass viele jetzt gekaufte Hunde wegen Unwissenheit der Besitzer wieder abgegeben werden.

Angesichts des starken Schneefalls zuletzt bedauert Melanie Jordan, dass sie derzeit nicht mit ihrer Mantrailing-Gruppe aktiv sein kann. „Das wäre im Schnee total super gewesen“, ist sie sich sicher.

Weitere Informationen zu den Kursen der Hundeschule „Menschund“ findet man unter https://www.menschund.team/

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Bastian Becker

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