Imker fürchten um ihre Bienen

LEMBECK „Würde sich der Mensch nicht um die Bienen kümmern, wären alle Völker in den nächsten drei Jahren tot“ - diese Worte von Imker Wilhelm Wietholt lassen auch Heinz Liesen nachdenklich werden.

von Von Rüdiger Eggert

, 22.01.2008, 17:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Bienenvölker im Bienenhaus des Heimatverein werden ständig kontrolliert.

Die Bienenvölker im Bienenhaus des Heimatverein werden ständig kontrolliert.

Im Bienenhaus am Lembecker Bauerngarten waren beide gerade dabei, die Bienenstöcke zu kontrollieren. Ihre Aufmerksamkeit gilt den Milben, genau gesagt der Varroamilbe. Dieser Parasit hat nach Mitteilung der Landwirtschaftskammer Recklinghausen ein Drittel aller Bienenvölker vernichtet.

Zahlen, die auch die Lembecker bestätigen können. Im Bienenhaus neben der Don-Bosco-Schule waren sechs Völker untergebracht, zwei sind in den letzten Wochen abgestorben. Wilhelm Wietholt, der mit seinem Sohn Karl-Heinz 25 Völker besitzt, hat in seinem Stöcken ähnliche Verluste. Der 71-Jährige beschäftigt sich seit 50 Jahren mit der Imkerei. Sein Leib- und Magenmotto: „Nicht so oft zum Doktor laufen, lieber Honig kaufen!“

Anschauungsobjekte

Wenn Ende Juli der letzte Honig geschleudert wird, beginnen die Imker, den Bienen zusätzliches Futter zur Verfügung zu stellen und kontrollieren die Völker auf Milben. Wenn kein Honig mehr gewonnen wird, kann man auch mit der Milbenbehandlung beginnen. Gerade für die Schüler der benachbarten Schule sind Bauerngarten und das Bienenhaus ein wichtiges Lehr- und Anschauungsobjekt. Hier wird den Kinder vermittelt: „80 % aller Nutzpflanzen werden von den Bienen bestäubt“, so Heinz Liesen.

Regelmäßig wird jetzt nach den Bienenvölkern geschaut, mit besonderem Augenmerk auf Parasiten. In den einzelnen Stöcken leben ungefähr 5000 fleißige Insekten. Während der Hauptflugzeit sind es schon einmal 60.000 Tiere. Die Bienen sind in ihren 32 Grad warmen Behausungen schon recht rege.

Honig wird verkauft

„Sobald die ersten Hasel- und Birkenpollen fliegen, werden auch die Bienen aktiv“, weiß Wilhelm Wietholt. Das kann schon in den nächsten Tagen sein. Was macht der Heimatverein mit dem Honig? „Verkaufen!“. „Das Café im Altenheim bringt viel süßen Nektar an den Mann“, berichtet Heinz Liesen.

Jeden Dienstag von 8.30 Uhr bis 12 Uhr trifft sich die Imkergruppe am Bienenhaus. Wer will, kann dort den original Lembecker Heimatverein-Honig erwerben.

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