Leider schützt die doppelte Impfung nicht jeden: In Dorsten haben sich bisher 29 Menschen trotz vollständigen Impfschutzes mit Corona infiziert. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Coronavirus

Impfdurchbrüche auch in Dorsten, aber die meisten Infizierten sind ungeimpft

Eine Corona-Impfung schützt nicht vollständig gegen die Infektion an sich. In Dorsten ist es schon zu Impfdurchbrüchen gekommen. Aber die Zahlen zeigen auch, wie sehr eine Impfung schützt.

112 Dorstener waren am Dienstag (7.9.) nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das ist so nachzulesen in den Statistiken, die das Kreisgesundheitsamt fast seit Beginn der Pandemie veröffentlicht. Momentan immer von montags bis freitags. In Hoch-Pandemiezeiten hat der Kreis sein sogenanntes Dashboard auch am Wochenende aktualisiert.

Seit gut einem Monat erhebt das Gesundheitsamt noch eine weitere Zahl, die aber nicht in die im Internet abrufbaren Statistiken eingepflegt wird, zumindest bisher nicht: die Zahl der Impfdurchbrüche. Damit sind Corona-Erkrankte gemeint, die sich nachweislich angesteckt haben, obwohl sie eigenen Angaben nach bereits vollständig geimpft waren.

Umkehrschluss: 90 Prozent der Infizierten sind ungeimpft

Diese Zahlen werden in einer internen, tagesaktuellen Statistik erfasst, so Svenja Küchmeister, Pressesprecherin des Kreises. Demnach waren am Dienstag unter den 112 Infizierten 14 Impfdurchbrüche, also weniger als zehn Prozent.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die weit überwiegende Zahl der Infizierten, nämlich fast 90 Prozent, nicht vollständig oder gar nicht geimpft ist. An der Gesamtbevölkerung macht ihr Anteil dagegen nur rund 35 Prozent aus.

Ihren Impfstatus müssen Erkrankte übrigens nicht verpflichtend nennen, deswegen sind die Zahlen nicht 100-prozentig genau. Svenja Küchmeister sagt: „Es gibt allerdings auch keine Rückmeldungen darüber, dass sich Erkrankte sträubten, anzugeben, ob sie geimpft sind oder nicht.“

Bisher 29 Impfdurchbrüche in Dorsten

Insgesamt gibt es laut Küchmeister in Dorsten seit Beginn der Pandemie 29 bekannt gewordene Fälle von Impfdurchbrüchen. Bei bisher 3.153 bestätigten Fällen machen diese damit nicht mal ein Prozent aus. Allerdings können diese Zahlen nicht aussagekräftig in Relation gesetzt werden: Die Zahl der Infizierten wird seit Frühjahr 2020 ermittelt. Impfdurchbrüche sind erst möglich, seitdem es überhaupt vollständig Geimpfte geben kann. Also allerfrühestens seit Februar 2021.

Und statistisch nachgehalten werden sie laut Küchmeister im Kreis erst seit gut einem Monat. Vor vier Wochen hat es in Castrop-Rauxel demnach acht Impfdurchbrüche gegeben. Der gesamte Kreis kommt laut der neuen Erhebung auf insgesamt 325 Menschen, die trotz Impfung an Covid-19 erkrankt sind.

Aktuell sind es 144 Fälle von insgesamt 1.222 – das entspricht knapp 12 Prozent. 181 der trotz Impfung erkrankten Menschen gelten damit bereits wieder als genesen. 15 der Genesenen leben in Dorsten. Ob die trotz Impfung Infizierten überhaupt Krankheitssymptome hatten und milde oder schwere Verläufe durchgemacht haben, weiß man beim Kreis nicht.

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Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Ist fürs Journalistik-Studium vor 20 Jahren nach Dortmund gezogen und hat danach jahrelang in der Nachrichtenredaktion gearbeitet. Lebt schon lange im Dortmunder Westen und freut sich, hier und in Castrop-Rauxel auch journalistisch unterwegs zu sein.
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