Der Bürgerpark Maria Lindenhof am 1. Mai zur Mittagszeit - menschenleer. © Guido Bludau

In Dorsten herrschte am 1. Mai der Ausnahmezustand – aber anders

Demonstrationen und Kundgebungen in Essen und Dortmund - das war angekündigt worden. Auch in Dorsten herrschte am 1. Mai der Ausnahmezustand - aber völlig anders.

Es ist noch gar nicht so lange her, da herrschte auch in Dorsten am 1. Mai der Ausnahmezustand. Hunderte Menschen die am „Tag der Arbeit“ feierten, auf Maria Lindenhof Party machten oder mit Bollerwagen durch die Stadt zogen – das war einmal.

Der 1. Mai 2021 war anders. Unter dem Eindruck der Corona-Pandemie herrschte in Dorsten am Samstag der Ausnahmezustand – aber anders. Bürgermeister Tobias Stockhoff sprach in einer Bilanz am Abend von einem ruhigen Tag.

Es gab ein paar kleinere Verstöße

„Es gab die üblichen kleineren Vorfälle, wie z. B. Verstöße gegen die Maskenpflicht oder zu große Gruppen“, bestätigte Stockhoff am Abend auf Anfrage. „Zum Beispiel hat sich eine Gruppe von zehn Erwachsenen auf einem Spielplatz getroffen.“ Je nach Einsicht und Wiederholung würden Anhörungen zu Bußgeldverfahren eingeleitet.

Die Situation im Bereich Maria Lindenhof, in der Vergangenheit beliebter Treffpunkt vor allem der jüngeren Generation, war nach Angaben des Bürgermeisters „absolut ruhig und unauffällig“. Hier habe es keine Unterschiede zu einem normalen Wochenende gegeben. Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst waren bis zum Abend im gesamten Stadtgebiet mit zahlreichen Teams unterwegs. Zu größeren Zwischenfällen kam es nicht.

Neonazis am Bahnhof vermutet

Am Vormittag hatte es Hinweise gegeben, dass Neonazis aus Dortmund per Zug einen Umweg über Dorsten machen, um an einer Demonstration in Essen teilzunehmen. Doch am Bahnhof blieb es nach Polizeiangaben ruhig.

Bürgermeister Tobias Stockhoff dankte am Abend allen Dorstenern, die am 1. Mai „mit Verstand und Solidarität die Regeln beachtet haben“ und sich in zulässiger Form als Familie auf einen Mai-Sparziergang gemacht, eine Radtour unternommen oder sich als Haushaltsgemeinschaft zum Grillen im Garten getroffen haben. Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst hätten mit viel Fingerspitzengefühl die Einhaltung der Coronaregeln sichergestellt haben.

Stockhoff: „Wir alle hoffen, dass wir im kommenden Jahr wieder den 1. Mai ob beim Gewerkschaftsempfang, dem Maigang, beim Maibauaufstellen oder bei Treffen in der Gruppe wieder normal feiern können.“

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Stefan Diebäcker

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