Industriefotograf zeigt in der Maschinenhalle seine besten Werke

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Peter Koerber ist als Industriefotograf für Aufträge in der ganzen Welt unterwegs gewesen. Jetzt zeigt er einen Querschnitt seiner Arbeiten in der Maschinenhalle der Zeche in Dorsten.

Dorsten

, 15.05.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die „Baum-Terrassen“ in der lieblichen Landschaft von Oxfordshire, der 1000-jährige Olivenbaumstamm in Bejing, das Gerüst der Brooklyn-Bridge und der kontraststarke Marktplatz von Dorsten mit koloriertem Alten Rathaus nebst Agatha-Kirche - sie sind hier nur ein paar Schritte voneinander entfernt.

Es sind alles Dokumente kreativer Fotokunst und gleichzeitig Erinnerungstücke an die globalen Auftragsreisen, auf denen der Dorstener Fotograf Peter Koerber immer auch die Zeit gefunden hatte, privat mit seiner Kamera auf die Suche nach interessanten Motiven zu gehen.

Ab Sonntag (17. Mai) ist ein Querschnitt seines künstlerischen Schaffens auf Einladung des Bergbauvereins Dorsten zu sehen - und zwar in der Maschinenhalle der Schachtanlage Fürst Leopold, dort also, wo im Foyer einige seiner beeindruckenden Industrie-Fotografien der damals noch in Betrieb gewesenen Zeche seit ein paar Jahren als Dauerleihgabe an den Wänden hängen.

Verschiebung wegen Corona

„Meine Bilder“ heißt die Ausstellung des 77-jährigen Dorsteners, die eigentlich schon am 23. März eröffnet werden sollte. Doch die Coronakrise machte diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung.

Eine unterschiedlich kolorierte Ansicht des Dorstener Marktplatzes.

Eine unterschiedlich kolorierte Ansicht des Dorstener Marktplatzes. © Pivat

Doch nun ist es soweit: Wenn ab Sonntag (17. Mai) von 13 bis 17 Uhr im Industriedenkmal am Fürst-Leopold-Platz die Saison eingeläutet wird, findet auch die Vernissage der Werkschau von Peter Koerber statt, in kleinem Rahmen, „ohne feucht-fröhlichen Sekt-Empfang und nur mit zweieinhalb einführenden Sätzen“, wie Bergbauvereins-Vorsitzender Gerd Schute betont.

Goldener Meisterbrief

Es ist eine kleine, aber umso feinere Best-of-Schau aus dem Lebenswerk des Fotografen, der sich sich in diesem Jahr seinen Goldenen Meisterbrief an die Wand hängen kann. Vor allem seine Werke in der „schwarzen Halle“ - die Studien von den Leopold-Fördergerüsten - atmen Geschichte: Über dem zubetonierten Schacht 1 steht heute nur noch eine grüne Kiste.

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Auf der Empore der grünen Halle zeigt sich, wie organisch Peter Koerber es versteht, analoge Aufnahmen digital so zu verfremden, dass ein neues Genre entsteht. Wer die Hongkong-Sujets oder die Ode an New Yorker Sehenswürdigkeiten betrachtet, badet geradezu in einem Farbenrausch, in dem sich die eigentlich wichtigen Details erst auf den zweiten Blick offenbaren - aber dann mit umso mächtigerer Wirkung.

Legendäres Giebelbild

Erhaben die pastellös-artige Luftansicht eines Nordsee-Priels, der wie das riesige Nil-Delta wirkt. Expressiv die eingefangene Composing-Momentaufnahme eines Hochofen-Abstichs. Abstrakt der Rotverlauf mit am Computer eingefügten schwarzen Tropfen - und das schon legendäre Panoramabild der alten und auch neuer Häusergiebel der Dorstener Altstadt darf natürlich auch nicht fehlen.

Auf Wunsch ist Peter Koerber gerne zur Vereinbarung individueller Führungen durch die Ausstellung bereit. Termine und andere Anfragen unter industriefotograf@t-online.de. Auf seiner Homepage www.industriefoto.com sind mehr Werke von ihm zu sehen.
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