Ingolf Lück kam bei einigen Dorstenern nicht an - sie verließen nach der Pause die Show

Comedy-Abend

„Es wird ausgeteilt“ versprach die Vorankündigung zu Ingolf Lücks neuem Programm „Sehr erfreut“. Und dieses Versprechen wurde eingehalten - was nicht allen Besuchern gefiel.

Dorsten

, 17.01.2020, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ingolf Lück kam bei einigen Dorstenern nicht an - sie verließen nach der Pause die Show

Comedian Ingolf Lück polarisierte - und gefiel nicht allen Dorstenern. © Ralf Pieper

Das Programm von Ingolf Lück am Donnerstagabend traf nicht den Geschmack aller Gäste: Einige Zuschauer verließen die Comedy-Show in der Pause. „Zu oberflächlich, teilweise auch geschmacklos“, meinte ein Paar im Gehen aus der Aula der St.-Ursula-Realschule.

Einige Pointen gingen im Dauerlachen unter

Aber der Großteil des Publikums fühlte sich bestens unterhalten. Einige Pointen gingen unter, weil sie im Dauerlachen in den Reihen kaum zu verstehen waren. Ingolf Lück, gerade 60 geworden, spricht über Höhen und Tiefen seines Lebens, der Blick auf seine Person zog sich als roter Faden durch das gesamte Programm. Mit Charme, aber auch gnadenloser Direktheit, seziert er seine Welt. „Neulich bin ich mit meiner Frau nach Amsterdam gefahren, um zu kiffen – mit über 50. Wie armselig ist das denn!“

Rückblick auf Stationen seines Lebens

„Als Schüler konnte ich nichts, aber war trotzdem glücklich.“ Der Rückblick auf Stationen seines Lebens reichte von der Schulzeit bis hin zu aktuellen Situationen, die er mit Gesellschaftskritik gemeinsam verpackt dem Publikum präsentierte. „Im meinem Alter geht es ums Fitsein. Wer regelmäßig trainiert, lebt fünf Jahre länger – fünf Jahre, von denen er vier in Fitnessstudios verbracht hat und sechs Monate auf dem Weg dorthin.“

Ingolf Lück analysierte die Reaktionen des Publikums im Saal und notierte sie im vor ihm liegenden Programm-Manuskript seiner Show. Dies war natürlich ein weiteres Stilmittel und diente neuen Gags. „Sie denken, es ist zu hart, wenn im Finale der Geschichte der Dackel aus dem Fenster geworfen wird? Kein Problem – wir ändern das ab.“ Er wiederholte den Gag und statt dem Dackel wurde am Ende der zweijährige Timmi aus dem Fenster geworfen. Mit dem Publikum zu interagieren gehörte zum Programm: „Wenn Sie eine Frage haben, können Sie sich melden und die Frage direkt selbst beantworten.“

Kritik an den Medien

Auch Medienkritik nahm einen großen Platz im Programm des durch Funk und Fernsehen bekannt gewordenen Comedians ein. „Wenn ich scheiße drauf bin, schaue ich mir „Goodbye Deutschland“ im Fernsehen an – dann weiß ich, dass ich nicht der dümmste Mensch auf Erden bin.“ Weiter ging es: „Der immer lustige Landwirt Ludger, bei dessen Aussehen die Geister aus der Geisterbahn schreiend hinauslaufen, wenn er dort nur einmal durchfährt, sucht eine Frau.“

Ein Abend der Doppeldeutigkeiten

Grenzüberschreitungen waren an diesem Abend Teil des Programms. „In einigen Gags erkannte ich mich selbst oder Menschen, die ich kenne, wieder. Aber Humor ist, wenn man trotzdem lacht“, so Stephan Gelsbach. Es war ein Abend der Doppeldeutigkeiten. Ingolf Lück plauderte und ermahnte gleichzeitig – vermischte hintersinniges Kabarett und oberflächlichen Klamauk.

Lesen Sie jetzt