Die Dorstener Künstlerin Ingrid Kreytenberg präsentiert anlässlich ihres 80. Geburtstags eine Ausstellung ihrer Werke im Alten Rathaus. © Michael Klein
Kunstausstellung

Ingrid Kreytenberg wird 80: Ausstellungs-Hommage im Alten Rathaus

Sie war viele Jahre Kunsterzieherin am Gymnasium Petrinum Dorsten und ist als freischaffende Künstlerin tätig. Nun findet eine Ausstellung zum 80. Geburtstag von Ingrid Kreytenberg statt.

Wer das Einfamilienhaus des Dorstener Künstler-Ehepaares Ingrid und Gert Kreytenberg im Marienviertel betritt, der wähnt sich in einer Kunstgalerie. Im Flur und Wohnzimmer hängen Bilder befreundeter Maler, auch das eine oder andere Tisa-Werk ist darunter. Im Regal die Bücher, die der Hausherr, der als renommierter und habilitierter Kunsthistoriker in der Fachwelt bestens bekannt ist, verfasst hat.

Im Untergeschoss dann das große Atelier von Ingrid Kreytenberg, dort also, wo bereits ihr Vater Karl Korte, der einstige und längst legendäre Kunsterzieher am Gymnasium Petrinum, seiner künstlerischen Schaffenskraft freien Lauf ließ und dessen Bilder nun das Esszimmer zieren.

Hommage im Alten Rathaus

Und überall im Haus hat Ingrid Kreytenberg einige ihrer eigenen kreativen Blickmarken gesetzt. Sogar im Gästezimmer sind 20 ihrer abstrakten Werke abholbereit gestapelt. Das hat einen Grund: Sie werden vom 24. Oktober bis 14. November (jeweils sonntags) im Alten Rathaus am Markt gezeigt, eine Hommage anlässlich ihres 80. Geburtstages, den sie am 12. November begehen wird.

In rund 25 Ausstellungen hat die von der Borkener „Open Art-Galerie“ vertretene Künstlerin ihre Kunst bislang gezeigt. Im Alten Rathaus ist ein Querschnitt ihrer Arbeiten zu sehen, die in den letzten zehn Jahren entstanden sind. Öl auf Leinwand, in der für Ingrid Kreytenberg charakteristischen Formen- und Farbsprache: gegenstandslose geometrische Motive, durch klare Linien in Rechtecke gegliedert, in unterschiedlichen Schichten aufgetragen und durchscheinend koloriert.

Licht spielt eine große Rolle

„Das Licht spielt für mich dabei eine große Rolle“, sagt die Künstlerin. „Die Bildflächen sollen von innen leuchten.“ Das gilt für die farbkräftigen Werke ebenso wie für ihre aktuelle und eher zurückhaltende „grau-gelbe Phase“. Doch auch für die letztere gilt: Die Bilder entführen die Blicke der Betrachter in tiefe Gründe und dennoch verwehrt ein diffuser Schleier, dass sie vollends darin versinken.

Eine freie, sehr eigenständige Herangehensweise, für die Ingrid Kreytenberg nach eigenen Angaben keine Vorbilder hat. Geprägt wurde sie in künstlerischer Weise dennoch. Nachdem sie als Kind ihrem Vater Karl Korte beim Malen zuschaute und als Schülerin am Dorstener St. Ursula-Gymnasium in Schwester Paula eine außergewöhnliche Kunsterzieherin fand, wies ebenjene Ordensschwester ihr nach dem Abitur 1960 den Weg zur Hochschule für bildende Künste in Kassel.

Von Bauhaus-Künstler inspiriert

Dort wurde Ingrid Kreytenberg nicht nur in die Malklasse des Bauhaus-Künstlers Fritz Winter aufgenommen, der sie stark inspirierte. Dort lernte sie auch ihren späteren Ehemann Gerd Kreytenberg kennen.

Nach dem Studium unterrichtete sie zunächst an mehreren Gymnasien, bekam zwei Söhne, zog mit ihrer Familie fünf Jahre nach Florenz, bevor ihr Mann und sie von Anfang der 1980er-Jahre bis 2004 gemeinsam am Gymnasium Petrinum Kunst unterrichteten. Nachdem beide Söhne ins Studium ausgezogen waren, konnte Ingrid Kreytenberg ihre künstlerische Arbeit wieder aufnehmen.

„Es war schwierig für mich, nur 20 Bilder für die Ausstellung auswählen zu müssen“, sagt sie. „Glücklicherweise hat mein Mann mit entschieden, ich hätte pro Bild sicher mindestens drei Tage dafür gebraucht.“

Das Alte Rathaus ist übrigens ganz besonders prädestiniert für die Geburtstags-Ausstellung. Vier Werke der Künstlerin werden nämlich seit drei Jahren dauerhaft dort präsentiert. Damit sind sie in allerbester Gesellschaft – dort hängen nämlich auch das Gemälde des „Terwellenschen Hauses“, das ihr Vater Karl Korte gemalt hat, und Zeichnungen des aus Dorsten stammenden und inzwischen verstorbenen Kunstprofessors Wolfgang Schmitz. „Er war zu Schulzeiten der Lieblingsschüler meines Vaters“, erzählt Ingrid Kreytenberg.

Die Ausstellung im Alten Rathaus am Markt ist vom 24.10. bis 14.11 zu sehen. Öffnungszeiten: sonntags von 15 bis 17 Uhr, donnerstags und samstags von 10.30 Uhr bis 13 Uhr.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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