Insel-Lage des Bahnhofs bald Vergangenheit?

Gleis-Verlegung möglich

Sollte es doch schon bald eine goldene Lösung für den Dorstener Bahnhof geben? Die Verlegung der stadtwärts gelegenen Gleise auf die Ostseite des Gebäudes liegt plötzlich im Bereich des schon in den kommenden zwei Jahren Machbaren.

DORSTEN

von Von Michael Klein

, 02.08.2011, 16:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Insel-Lage des Bahnhofs bald Vergangenheit?

Unverhofft gibt es jetzt doch eine Chance, dass die Gleise im Westen verschwinden und der Bahnhof viel besser an die Innenstadt angebunden werden kann. Das würde auch völlig neue Perspektiven für die geplante Außengastronomie eröffnen.

Die Insel-Lage des Bahnhofs könnte dann der Vergangenheit angehören, der Fußgänger-Tunnel wäre überflüssig.

Hintergrund: Weil Bahn-Projekte anderswo nicht realisiert werden, ist die Umgestaltung der Bahnsteige und Gleise in Dorsten in der Prioritätenliste weit nach oben gerutscht. Bahn-Pressesprecher Udo Kampschulte bestätigte den Wunsch des Landesverkehrsministeriums, den Bahnhof in die aktuelle Finanzierungsvereinbarung für Investitionen ins Streckennetz aufzunehmen. Dazu gehört eine Umrüstung auf modernste Technik: Per Computer vom elektronischen Stellwerk aus sollen dann die Bahnübergänge, Signale und Weichen gesteuert werden.

Digitale Steuerung

Diese digitale Steuerung, die auch Geschwindigkeitserhöhungen auf der Strecke ermöglichen würde, ist die Voraussetzung für die Verlegung der Gleise. "Das wäre ein großer Wurf für die Stadt", erklärte SPD-Fraktionschef Friedhelm Fragemann gestern. Auch die Stadtverwaltung sieht in den knapp 30 Mio.- Euro-Umbauplänen eine gute Chance, das gesamte Umfeld in ein Handlungskonzept einzubinden.

"Würde das Projekt eine hohe Position in der Prioritätenliste bekommen, wäre das eine tolle Sache", sagte Architekt Thomas Fründt gegenüber der Dorstener Zeitung. Er hat das Bahnhofsgebäude vor einem Jahr gekauft und will es für Büros und Gastronomie umnutzen. "Die neue Entwicklung macht es für mich nachvollziehbar, dass die Verhandlungen mit der Bahn in den letzten Monaten so schleppend gewesen sind", sagt er.

Interessenten würden Schlange stehen 

Sollte er auf Grund der Gleisverlegung mehr Platz für die Außengastronomie bekommen, "würden interessierte Gastronomie-Betreiber Schlange stehen", ist er sich sicher. Deswegen hat er keine Probleme damit, "noch ein, zwei Jahre zu warten", wenn dann der Durchbruch käme. Vor allem deswegen, weil dann auch der Busbahnhof umgestaltet und neu angebunden werden würde und für weitere Gäste sorgen könnte.

Das Land benötigt für die Umbau-Pläne die Zustimmung der Bahn. Udo Kampschulte von der Bahn wollte gestern auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben, "so lange die Sache noch nicht in trockenen Tüchern ist." 

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