Jahresrückblick 2020

Jahresrückblick: Wirtschaft in Dorsten zwischen Pleite und Zuversicht

Die Corona-Pandemie hat die Wirtschaft hart getroffen. Aber es gab auch Neugründungen in Dorsten und für 2021 überwiegt die Zuversicht.
Dorstens menschenleere Innenstadt an einem Mittwoch im März. © Bianca Glöckner (Archiv)

So menschenleer wie im März hat man die Dorstener Innenstadt tagsüber wohl nie gesehen. Die allermeisten Geschäfte waren dicht, die Menschen blieben zu Hause, die Verunsicherung war groß.

Auch abseits des Einzelhandels trafen die Corona-Maßnahmen die Dorstener Wirtschaft hart. Um Kurzarbeit zu vermeiden, stellten einige Firmen kurzerhand ihre Produktion um und produzierten zum Beispiel Spuckschutze. Damit wurden dann Lebensmittelgeschäfte und Arztpraxen in der Region und teilweise auch bundesweit ausgestattet.

Dorstener Unternehmen geraten finanziell in Schieflage

Ende April hatten schon mehr als 1400 Dorstener Unternehmen Soforthilfe beantragt. Mehr als die Hälfte kam aus dem Dienstleistungsbereich, aber auch im Handel, im Tourismus und in der Gastronomie und anderen Branchen gerieten Firmen durch den Lockdown in finanzielle Schieflage. Schlechte Nachrichten blieben da nicht aus.

Im Sommer wurde bekannt, dass das Reisebüro Vospohl seine Wulfener Filiale schließen muss. Der über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Hervester Kult-Imbiss „Glückauf-Grill“ musste ins Insolvenzverfahren.

Und auch das Modehaus Mensing bekam Probleme. Kurz vor dem Jahreswechsel gab es dann gute Nachrichten vom Insolvenzverwalter: Die Modekette „Sinn“ übernimmt alle Filialen und sämtliche Mitarbeiter der Mensing-Gruppe.

Gastro-Betriebe bieten Abhol- und Lieferservice an

Gastronomen haben sich im nach dem Lockdown im Frühjahr viele Gedanken um Hygienekonzepte gemacht, im November mussten sie dann erneut schließen. Viele Restaurants hatten bereits beim ersten Lockdown Abhol- und Lieferdienste angeboten und taten dies im November erneut.

Aber es gab auch Neueröffnungen mitten in der Coronakrise. In Hervest eröffnete ein Ehepaar beispielsweise die erste türkische Fleischerei in Dorsten.

Viele der 122 Unternehmen, die sich gegen Jahresende an der Umfrage der Dorstener Zeitung beteiligten, äußersten sich zudem vorsichtig optimistisch beim Blick auf 2021. Es nütze ja auch nichts, den Kopf in den Sand zu stecken, schrieb ein Firmenchef.

Mehr als die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer hat im Jahr 2020 Umsatzeinbußen verzeichnet, teilweise von mehr als 50 Prozent. Ein Viertel schließt das Jahr 2020 aber auch mit einem Plus ab.

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