Jan, Steffen und Pia lieben das dreifache Geschwisterglück

Interview zum Tag der Geschwister

Geschwister zu haben, ist eigentlich keine außergewöhnliche Sache. Wenn aber alle am selben Tag gleich alt werden, dann hat es doch eine besondere Note. Wie bei Familie Wullenhaetker aus der Falkenstraße: Jan, Steffen und Pia erblickten alle am 11. Juli 1998 das Licht der Welt und leben nunmehr seit fast 18 Jahren als eingeschworenes Drillings-Team zusammen. Zum Tag der Geschwister am Sonntag (10. April) haben wir sie besucht.

DORSTEN

, 08.04.2016, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie sind verdammt groß geworden. Bei meinem letzten Besuch vor 17 Jahren knabberte Jan an einer Holzeisenbahnschiene, Steffen schob den Kinderstuhl durch die Wohnung, während Pia ihn daran zu hindern suchte, indem sie ihm ein gelbes Plastikförmchen auf den flaumigen Scheitel klopfte.

Jetzt sitzt das Trio friedlich und sympathisch grinsend auf der Couch. "Wir verstehen uns prima", nimmt Jan, der Erstgeborene, die Antwort auf meine noch nicht gestellte Frage vorweg. Na, da kann ich ja die nächste stellen: "Was ist das Besondere daran, ein Drillings-Geschwisterkind zu sein?" Pia antwortet zuerst: "Wir erleben zur gleichen Zeit ähnliche Dinge, können uns austauschen, außerdem wird uns allen das Gleiche zugetraut. Es gibt kein älteres Kind, das als Vorreiter etwas durchboxen muss."

Dreimal Daumendrücken fürs Abitur

Als Mädel im Dreierbund musste Pia früh lernen, sich durchzusetzen. Sie war es auch, die nach der Kindergarten- und Grundschulzeit als Erste ausscherte: "Früher waren wir immer nur als ,die Drillinge' bekannt." Auf der St.-Ursula-Realschule ging sie ihren eigenen Weg. Jan und Steffen hingegen wanderten im Doppel-Pack zum Gymnasium der Ursulinen. "Wir waren von Anfang an in der gleichen Klasse und haben jetzt noch fast alle Kurse zusammen", bereiten sich die beiden im Moment auch gemeinsam auf ihre Abiturprüfungen vor - Leistungskurs Geschichte, da motiviert das Tandempauken ungemein. Auch Pia paukt für ihr Fachabitur, das sie am Paul-Spiegel-Berufskolleg in Sozial- und Gesundheitswesen baut. Dreimal Daumendrücken für die Drillinge: "So viele Daumen haben wir gar nicht", müssen die Eltern, Anne und Leo Wullenhaetker, wohl noch die dicken Zehen bemühen.

Getrennte Wege nach der Schule

Sie genießen das Familienleben zu fünft, das sich nach den ersten turbulenten Jahren zunehmend entspannt hat. Lärmterror und Hahnenkämpfe sind passé: "Wir können uns auf die Drei voll verlassen und haben Freiräume zurückgewonnen, da alle auf einen Schlag groß geworden sind und nicht einer nach dem anderen - das kann sich nämlich ziehen", schätzen sie den Vorteil, Drillingseltern zu sein.

Nach dem Abitur werden sich die Wege der Geschwister trennen: Als Offizieranwärter bei der Bundeswehr wird Jan durch deutsche Lande touren und weniger zu Hause sein. "Prima, dann habe ich das Zimmer für mich alleine", witzelt Steffen, der in seiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann weiter zu Hause wohnen wird. So auch seine Schwester: In der Ausbildung zur Physiotherapeutin fehlt ihr noch das nötige Kleingeld zur eigenen Wohnung, von der sie träumt.

Ob sie ihre Dreisamkeit vermissen werden? "Nee, glaub ich nicht", meint Jan. "Ich find’s erst mal positiv, dass jetzt jeder sein Ding macht." Außerdem sei er ja nicht aus der Welt: "So können wir uns immer noch bei Geburtstagsgeschenken für unsere Eltern absprechen." Das spart Kosten - auch ein Vorteil des Drillingslebens.

 

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