Dr. Michael Schulte (l.) und Dirk van Buer (2.v.r.) überreichten Museumsleiterin Dr. Kathrin Pieren und Dr. Norbert Reichling einen Scheck über 10.000 Euro. © Robert Wojtasik
Jüdisches Museum Westfalen

Jüdisches Museum hofft auf Öffnung im Januar – Stiftung hilft mit 10.000 Euro

Hygienekonzepte und Schutzmaßnahmen haben das Jüdische Museum auch Geld gekostet. Öffnen darf es dennoch nicht. Eine Finanzspritze hilft - und die Planungen für 2021 laufen auf Hochtouren.

Seit dem 2. November ist das Jüdische Museum nun schon zum zweiten Mal in diesem Jahr geschlossen. Veranstaltungen mussten abgesagt, Termine verschoben werden. Die Anordnung traf das Team um Museumsleiterin Dr. Kathrin Pieren damals hart. In den Monaten zuvor hatte man viel Arbeitskraft und nicht zuletzt auch Geld in Schutz- und Hygienemaßnahmen investiert.

Da hilft es dem Museum sehr, dass die Stiftung Jüdisches Museum Westfalen bis heute Erträge erwirtschaftet. In Zeiten von Niedrigzinsen ist das nicht selbstverständlich. Einnahmen erzielt die Stiftung durch Geldanlage und den daraus entstehenden Zinsen. Gegründet wurde sie im Jahr 1999 vom Kreis Recklinghausen und der Kreissparkasse Recklinghausen.

Stiftung unterstützt mit 10.000 Euro

Einen Scheck über 10.000 Euro überreichten Stiftungsvorstand Dr. Michael Schulte und Stiftungsmanager Dirk van Buer von der Sparkasse Vest Recklinghausen nun dem Jüdischen Museum. Das Museum habe eine große Bedeutung, auch für ihn persönlich, sagte Schulte, „weil es Geschichte in all ihren Facetten vermittelt.“

Der Zuschuss beträgt insgesamt 20.000 Euro, den Rest gibt es im nächsten Jahr. Da es sich um zweckgebundene Mittel handelt, geht auch nichts verloren. Der Beitrag der Stiftung ist in erster Linie zur Finanzierung des Personals im Museum gedacht.

Denn obgleich die Türen für Besucher geschlossen sind, geht die Arbeit im Museum weiter. „Wir haben gerade eine tolle Ausstellung vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe installiert“, sagte Kathrin Pieren. „Wir hoffen, am 10. Januar wieder öffnen zu können.“ Dann bleibt noch etwas Zeit, die Ausstellung auch Publikum präsentieren zu können.

Digital-Angebote haben sich bewährt

Der Arbeitsaufwand ist durch die Schließung nicht unbedingt geringer geworden. Eigentlich ist das Gegenteil der Fall, weil vieles im Museum inzwischen zweigleisig geplant wird: analog und digital. Das Digitale habe sich vor allem im Bereich Fortbildung bewährt und werde dort auch Bedeutsamkeit behalten, sagte Dr. Norbert Reichling. Neulich organisierte das Museum ein Webinar mit Teilnehmern aus ganz Deutschland. Die wären sicherlich nicht alle für eine zweistündige Veranstaltung nach Dorsten gekommen.

Im kommenden Jahr beteiligt sich das Jüdische Museum unter anderem an der bundesweiten Kampagne „321 – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. „Da wird auch viel hier in der Region passieren“, kündigte Kathrin Pieren an. Geplant ist etwa eine Fotoausstellung über die Entwicklung der jüdischen Gemeinde. Im Spätsommer soll es ein Kulturfestival geben mit Fokus auf jüdische Nachwuchskünstler.

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Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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