Jugendgremium Dorsten: Wahlen werden ausgesetzt

mlzJugend

Das Dorstener Jugendgremium hat mit Mitgliederschwund in den eigenen Reihen und Personalmangel aufseiten des zuständigen Fachbereichs zu kämpfen. Pläne für die Zukunft gibt es trotzdem.

Dorsten

, 30.05.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ursprünglich waren es einmal 22 junge Dorstener, die 2018 ins Jugendparlament gewählt wurden und große Pläne hatten. Mittlerweile sind nur noch 13 von ihnen wirklich aktiv. Auch die fachliche Begleitung durch das Amt für Familie und Jugend steht auf wackeligen Beinen. Daher hat der Jugendhilfeausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch (27. Mai) beschlossen, die für dieses Jahr turnusmäßig anstehenden Wahlen ausfallen zu lassen.

„Erst herrschte bei uns ob dieses Vorschlags etwas Verwirrung und es war nicht ganz klar, wie es weitergehen soll, aber dann haben wir doch zugestimmt“, erzählt Alina Haarnagell. Die 20-jährige Studentin ist Mitglied im Jugendgremium „Jugend in Aktion“, das es seit 2010 in Dorsten gibt. Im Gespräch mit der Redaktion berichtet sie, dass es für viele Mitglieder momentan schwierig sei, Zeit für die Arbeit im Gremium zu finden. „Manche wollen bald ins Ausland gehen, andere haben viel mit dem Studium zu tun“, so Haarnagell.

Hinzu kommt, dass durch Personalmangel beim Amt für Familie und Jugend das Gremium seit November des vergangenen Jahres weder regelmäßig stattfinden noch fachlich betreut werden konnte. „Die Wahl zum Jugendgremium an allen weiterführenden Dorstener Schulen und in allen Jugendeinrichtungen bedeutet einen enormen Verwaltungsaufwand“, heißt es in der Beschlussvorlage. Daher sei verwaltungsintern entschieden worden, diese im Sommer nicht durchzuführen und auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Die fachliche Betreuung des Jugendgremiums ist immerhin inzwischen wieder sichergestellt worden - Eden Fähnrich von der Abteilung Jugendförderung hat diese Anfang Februar übernommen. Und auch das Gremium selbst ist im März aktiv geworden und hat auf Instagram in einer Art Tagebuch vom Alltag der Jugendlichen während der Coronakrise berichtet. „Außerdem haben wir quasi eine Online-Bürgersprechstunde per Live-Stream mit dem Bürgermeister gemacht, wo jeder Fragen stellen konnte“, erzählt Alina Haarnagell.

„Kandidatengrillen“ soll wieder stattfinden

Gerne würde das Jugendgremium auch das „Kandidatengrillen“, das schon einmal im Vorfeld des Wahlkampfes 2014 stattgefunden hatte, wiederholen. „Aber wir sind noch nicht sicher, ob und wie wir das hinkriegen“, sagt die 20-Jährige.

In der Vergangenheit hatte sich das Jugendgremium unter anderem regelmäßig mit jungen Flüchtlingen getroffen und ihnen die Stadt gezeigt, sich im Kreisgremium ausgetauscht, war beim Weltkindertag präsent und machte beim Europaparlamentsplanspiel mit. Alina Haarnagell hofft, bis zur nächsten Wahl genügend neue Mitglieder werben zu können. Wer mitmachen möchte, kann sich bei Eden Fähnrich per Mail (eden.faehnrich@dorsten.de) melden.

Lesen Sie jetzt