Betrug: Jugendtrainer aus Dorsten steckt Geld für Holland-Fahrt des Teams in eigene Tasche

mlzGerichtsprozess

Es sollte der schöne Abschluss einer Fußball-Saison werden. Doch die Fahrt eines C-Jugend-Teams nach Holland wurde abgesagt, das Geld der Eltern war weg. Jetzt stand der Trainer vor Gericht.

Dorsten

, 10.01.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die C-Jugend-Spieler des Fußball-Vereins hatten sich auf ihre gemeinsame Saison-Abschlussfahrt gefreut. Es sollte - wie schon in den Vorjahren - in den Freizeitpark Slagharen (Holland) gehen. Doch dazu kam es nicht - und so fand sich der Trainer des Nachwuchsteams als Angeklagter vor dem Dorstener Schöffengericht wieder.

Der Club, der den 47-jährigen Dorstener beschäftigte, erstattete gegen den Übungsleiter nämlich Strafanzeige bei der Polizei: Die Eltern hatten bereits fast 3000 Euro für die Fahrt auf das Konto des Angeklagten überwiesen - doch der hatte die gebuchte Ausflugsfahrt abgeblasen, ohne den Eltern die Kosten zurückzuerstatten.

Auf Tauchstation

Der Angeklagte sagte, er habe nicht alles Geld in die eigene Tasche gesteckt: „Ich musste allein 1500 Euro Stornogebühren zahlen.“ Außerdem habe er auf Aufforderung des Vereinsanwalts 100 Euro beglichen. „Mehr nicht, denn dann bin ich wieder auf Tauchstation gegangen.“

Ihm sei es in jener Zeit „sehr dreckig gegangen“. Bei dem Mann wurde eine schwere Lungenkrankheit diagnostiziert, die zur Folge hatte, dass auch andere Organe geschädigt wurden. „Mein Körper ist nach und nach kaputt gegangen“, sagte er. „Deshalb war mir alles egal“ - auch der Zoff mit den Eltern: „Das war ein unmögliches Verhalten von mir.“ Er wurde zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt, zudem muss er den finanziellen Schaden wiedergutmachen.

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