Jungen aus der Nachbarschaft missbraucht: Sechs Jahre Haft

Landgericht Essen

Ein Mann missbraucht einen Jungen aus der Nachbarschaft. Dabei läuft auch noch die Handy-Kamera. Jetzt muss der Täter ins Gefängnis.

Dorsten, Essen

, 30.08.2019, 16:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
Jungen aus der Nachbarschaft missbraucht: Sechs Jahre Haft

Verurteilt: Der Angeklagte neben Verteidiger Volker Schröder. © Jörn Hartwich

Ein 27-jähriger Mann aus Barkenberg ist am Freitag wegen Kindesmissbrauchs zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der Angeklagte hatte sich an einem zwölfjährigen Jungen aus der Nachbarschaft vergangen und dabei auch noch alles gefilmt.

Die Polizei war dem 27-Jährigen über eine Online-Plattform auf die Spur gekommen. Dort hatte er sich kinderpornografische Filme heruntergeladen. Bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung waren den Fahndern allerdings noch viel mehr Videos in die Hände gefallen. Auf einigen davon war auch der zwölfjährige Junge aus der Nachbarschaft zu sehen.

Der Angeklagte hatte den Schüler über dessen Eltern kennengelernt. Er war eingesprungen, als das Kind ins Krankenhaus musste, Vater und Mutter nach ordentlichem Alkoholkonsum aber nicht mehr fahren konnten. So war eine regelrechte Freundschaft entstanden.

Alles freiwillig mitgemacht

Gewalt war allerdings nie im Spiel. Auch die Richter gehen davon aus, dass der Junge alles freiwillig mitgemacht hat – aus sexueller Neugier. Die Taten hatten sich dabei immer weiter gesteigert – von Anspielungen bis hin zu richtig schweren Übergriffen.

Im Prozess vor dem Essener Landgericht hatte der Angeklagte in Absprache mit seinem Verteidiger Volker Schröder ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Höhe der Strafe liegt vor allem an der Vielzahl der Taten.

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