In Rhade sprang tagelang kein „Funken“ über: Die Telekom kappte das LTE-Netz vorübergehend. © privat
Homeoffice

Kalt erwischt: Telekom schaltete LTE-Basisstation in Rhade heimlich ab

Mitten im Homeoffice wurden Rhader kalt erwischt: Die Telekom schaltete am Montag die LTE-Basisstation für Rhade ab. Eine Information der Bürger hielt die Telekom nicht für nötig.

Ralf Wartmann ist dieser Tage nicht gut auf seinen Mobilfunkanbieter Telekom zu sprechen: „Ich habe seit Montag keine LTE-Verbindung mehr. Das hat mich kalt erwischt“, sagt er.

Ralf Wartmann ist selbstständig. Er bearbeitet Aufträge von Logistikunternehmen. Am heimischen Computer und mithilfe seines Smartphones, das die Verbindung seines Computers zum Internet herstellt. „Das hat immer gut geklappt“, so der Mann. Seit Montag ist Wartmann aber arbeitslos. Unfreiwillig.

Polizei wurde informiert, die Bürger nicht

„Wir haben die Polizei informiert, dass wir an den Antennen an der Station, die Rhade versorgt, reparieren bzw. erneuern müssen“, sagt Telekom-Sprecher George McKinney auf Anfrage der Redaktion. Die Bürger von Rhade habe man nicht informiert, dass das LTE-Netz ab dem 30. November wegen der Arbeiten ausfällt. „Wir gehen davon aus, dass die Menschen Alternativen haben, um ins Internet zu kommen, zum Beispiel über ihren Festnetzanschluss.“

Den hat Ralf Wartmann nicht. Dementsprechend sauer ist der Rhader, dass er seine Aufträge zurzeit nicht bearbeiten kann. „Ich habe mehrfach versucht, bei der Telekom eine Auskunft zu bekommen, wann ich wieder eine LTE-Verbindung bekomme“, sagt er uns. Man habe ihm dann gesagt, dass das 5G-Netz ausgebaut und der LTE-Funkverkehr eingestellt wird.

Antennen mussten erneuert werden

Auf diese Information, die Wartmann bekommen haben will, kann sich der Unternehmenssprecher keinen Reim machen. „LTE und 5G haben nichts miteinander zu tun“, so McKinney. Er erläutert, dass die Rhader Basisstation abgeschaltet werden musste, weil Antennen demontiert und neue hinzugefügt werden sollten. „Das ist relativ aufwendig und dauert seine Zeit.“

Er bedauere, dass Ralf Wartmann zurzeit nicht ins Netz könne. Aber er gehe davon aus, dass auch er andere Möglichkeiten hat, um online zu arbeiten. „Wir weisen in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen für den Mobilfunk darauf hin, dass es keinen Anspruch auf einen Ersatzstandort gibt, wenn ein Funkloch entsteht“, so Wartmann.

Lange Reparaturzeit ist ungewöhnlich

Dass die Arbeiten in Rhade mehrere Tage andauern, sei eher selten. Wartmann zählt die Stunden, bis er wieder ins Netz kann. „Auf meine Anfrage hat mir die Telekom gesagt, dass die Basisstation vermutlich am Wochenende wieder in Betrieb genommen wird.“ George McKinney kann ihm einen präzisen Zeitpunkt nennen: „Am Freitag, 4. Dezember, wird sie wieder eingeschaltet.“

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Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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