Kaufen oder mieten: Coronavirus hebelt Besichtigungstermine aus

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Wer gerade jetzt sein Traumhaus gefunden zu haben glaubt, muss auf einen Besichtigungstermin warten. Oder ganz allein mit dem Makler durch das begehrte Objekt streifen.

Dorsten

, 03.04.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Traumwohnung im Internet entdeckt? Am Hauskauf interessiert? Corona macht es gerade schwer, sich dem begehrten Objekt zu nähern, denn auch Makler und Eigentümer müssen sich an die strengen Kontakt-Regeln halten. Deshalb werden momentan viele Termine verschoben.

„Wir sammeln die Anfragen und holen die Besichtigungstermine nach, sobald das wieder möglich ist“, berichtet Ines Ferfers-Wiethoff, Mitgesellschafterin bei der Wiethoff Immobilien GmbH. So wird es in der Regel auch bei Immobilien Gitsham gehandhabt, wie Martina Gitsham auf Anfrage erklärte. Damit entsprechen die Dorstener Unternehmen den Empfehlungen des Immobilienverbandes IVD.

Kein Besichtigungstermin bei Corona-Quarantäne

Manchmal lassen sich Besichtigungen aber nur schwer verschieben, zum Beispiel, wenn es um die Weitervermietung eines Mietobjekts geht. Wird das von Menschen mit einer Corona-Infektion bewohnt, die unter strenger Quarantäne stehen, haben potenzielle Nachmieter keine Chance, müssen sich mindestens gedulden bis zur Aufhebung der Quarantäne.

Kommt es bei Haus oder Wohnung zum Besichtigungstermin, sind auch hier die Regeln streng. Ines Ferfers-Wiethoff: „In freien Immobilien finden aktuell nur Einzelbesichtigungen statt, das heißt, ein Makler und ein Kunde gehen durchs Haus. Zu den Besichtigungen können zum Beispiel Ehepaare gemeinsam erscheinen, müssen aber nacheinander einzeln mit einer Maklerin unseres Unternehmens die Immobilie besichtigen.“

Ines Ferfers-Wiethoff

Ines Ferfers-Wiethoff und ihre Maklerkollegen verzichten derzeit auf viele Besichtigungstermine. © privat

Eigentümer seien bei der Besichtigung nicht zugegen. Familienausflüge zum Traumhaus sind derzeit also gestrichen.

War der „Deal“ schon vor Corona unter Dach und Fach, dürfen die notariellen Beurkundungstermine auch jetzt stattfinden. „Natürlich unter Einhaltung aller Abstandsregeln“ versichert Martina Gitsham. Wer sich handelseinig wird, wird derzeit wohl auf den Handschlag verzichten.

Volksbank setzt bei Besichtigungen auch auf Virtual Reality

Bei der Volksbank, so Sprecher Ralf Bröker, profitiere man davon, dass die Immobilienabteilung schon einiger Zeit Objekte auch per Virtual Reality präsentiere.: „Per VR-Brille kann der Interessent dabei von zu Hause aus durch das Haus oder die Wohnung gehen.“

Mit den Eigentümern sei zudem besprochen, dass maximal zwei Interessenten und ein Mitarbeiter der Volksbank an der Besichtigung teilnehmen. Alle Wohnungs-, Haus- und Zimmertüren sollen offen stehen, in allen Räumen das Licht eingeschaltet sein. Alle Türklinken und zu berührenden Oberflächen sollen vor und nach der Besichtigung desinfiziert werden.

Die Eigentümer verlassen während der Besichtigung das Haus und stellten Desinfektionsmittel vor die Tür, damit vor und nach der Besichtigung eine Handdesinfektion möglich ist.

Oberste Devise sei ohnehin, versichert Bröker, dass Interessent und Eigentümer topfit seien und alle Abstandsregeln strikt eingehalten werden.

Mieter müssen Handwerkern notwendige Reparaturen erlauben

Auch Mieter haben einen Anspruch darauf, dass die vorgeschriebenen Vorsichtmaßnahmen eingehalten werden. Der Deutsche Mieterbund stellt klar: „Ob der Vermieter die Wohnung des Mieters besichtigen darf, hängt von einer Abwägung des Eigentumsrechts des Vermieters mit dem Recht des Mieters auf Privatsphäre ab. Bei einer Pandemie ist zudem der Schutz des Mieters auf körperliche Unversehrtheit zu beachten und maßgeblich. Besichtigungen, die keinen dringend notwendigen Zweck verfolgen, müssen daher aus Sicht des Deutschen Mieterbundes auf die Zeit nach der Pandemie verschoben werden. Bei notwendigen Reparaturen (beispielsweise Rohrbruch) muss der Mieter aber Zugang zur Wohnung gewähren.

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