Kaufleute an der Klosterstraße kämpfen mit Kundenschwund durch die Baustelle

mlzInnenstadt-Sanierung

Der Umbau der Fußgängerzone stellt Kunden und Kaufleute auf eine Geduldsprobe. Sanitätshaus und Modegeschäft an der Klosterstraße bleiben nächste Woche an zwei Tagen geschlossen.

Dorsten

, 12.09.2018, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Elke Ulrichs Laden platzt gerade aus allen Nähten. Allerdings nicht, weil zurzeit besonders viele Kunden kommen. Das Gegenteil ist der Fall: Seit auf der Klosterstraße gebaut wird und die Geschäfte nur über eine enge Gasse zwischen Ladenlokal und Bauzaun erreichbar sind, bleibt „fast die gesamte Laufkundschaft weg“, sagt die Inhaberin von Damenmoden Wehling. Die neue Herbstkollektion, die gerade Regale, Kleiderständer und Lager füllt, wird zum Ladenhüter.

„Uns tut das schon richtig weh“, sagt Ulrich. Sie schiebt zurzeit eine 7-Tage-Woche nach der anderen, um die Kosten für Aushilfen einzusparen. „Ich habe die Tage auch mal etwas rumtelefoniert und mich nach Unterstützung oder Entschädigung erkundigt“, sagt sie. Über Stadtverwaltung und Stadtteilbüro sei sie schließlich bei der Agentur für Arbeit gelandet. „Dort hieß es nur, das sei Unternehmerrisiko.“

Kaufleute an der Klosterstraße kämpfen mit Kundenschwund durch die Baustelle

Seit Montag kommt man nicht mehr über die Klosterstraße auf die Lippestraße. © Robert Wojtasik

Der Umbau der Fußgängerzone wird Kunden und Kaufleute noch mindestens die nächsten zwei Jahre auf eine harte Geduldsprobe stellen. Für 4,6 Millionen Euro bekommt die Innenstadt in zwei großen Bauabschnitten, die wiederum in mehrere kleinere unterteilt sind, ein neues Gesicht.

Als am Montag der Zugang von der Lippestraße in die Klosterstraße gesperrt wurde, hat das nicht nur Passanten überrascht. „Ich hatte mir am Morgen noch einen Kaffee geholt, da war noch alles offen“, sagt Elmar Schwanz, Inhaber des gleichnamigen Sanitätshauses direkt neben Elke Ulrichs Modegeschäft. Zur Mittagszeit sei dann alles dicht gewesen. „Da hätte ich mir im Vorfeld Informtionen über die Sperrung gewünscht.“

Wie die Pressestelle der Stadt auf Anfrage mitteilte, sei die Sperrung nicht absehbar gewesen. „Die Stadt wurde im Krieg zu 80 Prozent zerstört und etwas unkoordiniert wieder aufgebaut, weil es damals vor allem darum ging, dass man schnell wieder darin wohnen konnte“, sagt Sprecherin Lisa Bauckhorn. „Man weiß also nicht genau, was man im Boden vorfindet.“

Leitung verläuft anders als erwartet

Im Fall der Klosterstraße stellte sich heraus, dass die Versorgungsleitung einen anderen Verlauf nimmt als ursprünglich angenommen. „Deshalb musste die Grube viel breiter werden“, so Bauckhorn. Nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt sei dann kurzfristig beschlossen worden, den Bereich komplett abzusperren. „Wir können ja nicht gefüllte Baggerschaufeln über Passanten schaukeln lassen.“

Im Laufe des Mittwochabends könnte die Grube vor der Bäckerei Imping geschlossen werden, kündigte Citymanager Christoph Kraftczyk vom Stadtteilbüro an. Man wolle dann auch die übrigen Anlieger informieren.

Modegeschäft und Sanitätshaus bleiben Montag und Dienstag zu

Fest steht schon jetzt, dass Modegschäft und Sanitätshaus kommenden Montag und Dienstag geschlossen bleiben, weil die Abwasserleitung erneuert wird, die unmittelbar unter den Eingangstüren der Geschäfte verläuft. Die Schließung ist im Vorfeld mit den Kaufleuten abgestimmt worden. Die übrigen Geschäfte auf der Klosterstraße sind laut Stadt zunächst nicht betroffen.

Elke Ulrich und Elmar Schwanz hoffen, dass sich die Arbeiten vor ihren Geschäften nicht unnötig in die Länge ziehen. Beide betonen ausdrücklich, den Bauarbeitern keinen Vorwurf machen zu wollen. „Die bemühen sich sehr, geben immer freundlich Auskunft und arbeiten sogar samstags“, so Ulrich.

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