Kein Kind ohne Mahlzeit

11.09.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dorsten Haarsträubend ist, dass Kinder sozial bedürftiger Eltern kein Mittagessen an Schulen bekommen, weil ihre Eltern die Mahlzeiten nicht bezahlen können.

Die Stadt Dorsten plant deshalb die Teilnahme am Landesfonds "Kein Kind ohne Mahlzeit". Demnach müssten sich Stadt und Land Kosten von 75000 Euro pro Schuljahr teilen, 50000 Euro sollen dabei aus dem Landesfonds geschöpft werden. Versorgt würden dann an 200 Tagen im Schuljahr 250 bedürftige Kinder.

Dauerhaft, so die Stadt, müsse wegen der prekären Haushaltslage allerdings ein Fonds oder eine Stiftung mit ins Boot genommen werden, um den stark strapazierten städtischen Etat zu entlasten. In 2007 sind knapp 32000 Euro fällig, davon bestreitet die Stadt 10625 Euro.

250 Bedürftige

In Dorsten nehmen 850 Kinder an verschiedenen Schulformen an der offenen Ganztagsbetreuung teil. Sozial bedürftig sind nach Erkenntnissen des Jugendamtes 250 Kinder. Die Verwaltung ist der Meinung, dass es sozialpolitisch notwendig ist, die Förderung des Landes in Anspruch zu nehmen und einen Eigenanteil zu leisten, weil Hartz IV-Empfänger einen Betrag von 2.50 Euro pro Mittagessen nicht aufbringen können. Der Regelsatz für ein Kind bis 14 Jahren beträgt 208 Euro. Das Mittagessen an Schulen macht damit 25 Prozent des Regelsatzes aus.

Um Missbrauch vorzubeugen, schlägt die Stadt vor, dass die Bedürftigkeit der Kinder "auf Grundlage beweiskräftiger Unterlagen der Eltern" überprüft wird. Diese Aufgabe will das Jugendamt wahrnehmen. Entschieden wird über die Teilnahme am Landesprogramm am kommenden Montag, 17. September, in der Schulausschusssitzung. eng

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