Bahnfahrer verunsichert: Am Bahnhof Dorsten seit Wochen keine Fahrkarten am Automaten

mlzNahverkehr

Vor drei Wochen wurde ein neuer Fahrkarten-Automat am Bahnhof Dorsten aufgestellt. Seitdem ist er nicht in Betrieb gegangen - verunsicherte Fahrgäste müssen ohne Ticket in den Zug steigen.

Dorsten

, 12.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Michael Grotendorst findet das „etwas peinlich“, wie er sagt: „Jetzt steht hier seit drei Wochen am Bahnhof ein neuer Fahrkartenautomat und seitdem ist er immer noch nicht in Betrieb genommen worden“, sagt er.

Vorsorglich eingedeckt

Aber da er das weiß, hat sich der Dorstener vorsorglich vorher mit Tickets eingedeckt - im Gegensatz zu anderen Reisenden, die am Donnerstag kurz vor Abfahrt ihres Zuges vor dem „toten“ Gerät standen. Und sich fragten, ob sie denn wohl erst mal ohne Fahrkarte in den schon bereitstehenden RE 14 in Richtung Essen einsteigen dürften, um sie dann dort bei den Zugbegleitern zu kaufen..

„Dürfen sie, sie sollten nur sofort das Zugpersonal ansprechen, das ist in diesen Tagen überall über solche Fälle informiert“, sagt Dino Niemann, stellvertretender Presseprecher des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr. Denn solche Situationen wie in Dorsten gibt es seit Ende November an vielen Bahnhöfen im Ruhrgebiet.

Komplettaustausch

Grund: Ab dem 15. Dezember übernimmt die Transdev Vetrieb GmbH den Verkauf von Nahverkehrstickets an den Bahnhöfen und Bahn-Haltepunkten im VRR-Bereich. Dazu mussten die bisherigen Ticket-Automaten der DB ab- und die neuen grünen Geräte mit der Aufschrift „Abellio“ aufgebaut werden. Insgesamt wurden rund 445 neue Automaten und Entwerter aufgestellt, auch in Dorsten.

Bahnfahrer verunsichert: Am Bahnhof Dorsten seit Wochen keine Fahrkarten am Automaten

Im Verkaufsshop der Vestischen am ZOB werden wegen des nicht funktionierenden Automaten deutlich mehr Tickets als sonst verkauft. © Michael Klein

Wegen der großen Anzahl wurden die Geräte seit November nach und nach an die jeweiligen Standorten gesetzt, „scharf gestellt“ werden die meisten von ihnen nach Angaben von Dino Niemann jedoch erst zum Vertragsstart am 15. Dezember (Sonntag). Einige sind jedoch bereits in Betrieb, auch der am Dorstener Bahnhof sollte eigentlich schon dazu gehören. „Wir werden prüfen, warum er nicht schon längst funktioniert“, versprach der VRR-Sprecher am Donnerstag.

Stadt will 2. Gerät

Dass bislang weiter nur ein Fahrkartenautomat am Bahnhof Dorsten steht, bezeichnete Christina Gehrke vom Verkehrsplanungsamt der Stadt in dieser Woche in der Sitzung der ÖPNV-Ratskommission als „Ärgernis“. „Wir wollten eigentlich auf der Seite der Gelsenkirchener Straße ein zweites Gerät haben“, erklärte sie.

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Grund: Demnächst müssen alle Bahnpendler Richtung Borken und Coesfeld am ostwärtigen Gleis 1 einsteigen. „Da wäre es vor allem für ältere und gehbehinderte Bahnfahrer zu umständlich, die Treppen und die Unterführung zum jetzigen Automaten und wieder zurück zu nutzen, um dort ihre Fahrkarten zu ziehen“, so Gehrke.

VRR vertröstet auf 2020

„Wir wollten wegen der großen Anzahl erst mal die bisherigen Automaten austauschen, bevor wir uns an neue Standorte machen“, erklärte Dino Niemann gegenüber unserer Zeitung. Anfang nächsten Jahres wolle man gemeinsam mit der Stadt einen passenden Standort auf der Ostseite der Gleise festlegen und dort den zweiten Automaten aufstellen.

Kisok am ZOB hat gut zu tun

Übrigens: Wegen des noch nicht funktionierenden neuen Fahrkartenautomaten hat der Verkaufsshop der Vestischen am ZOB (Busbahnhof) seit ein paar Wochen deutlich mehr zu tun: Auch hier können Ticktes für den nrw-weiten Bus- und Bahnverkehr erworben werden. Viele Pendler informieren sich dort auch über die zahlreichen Änderungen im Bus- und Bahnverkehr zum nächsten Fahrplanwechsel (15.12.).

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