Interview

Keine Wartezeiten im Bürgerbüro durch Online-Terminvergabe

Mit 35.000 Anliegen haben sich die Dorstener im vorigen Jahr an das städtische Bürgerbüro gewandt. Abteilungsleiterin Monika Heisterklaus blickt zurück. Und äußert im Interview eine Bitte.
Monika Heisterklaus leitet das städtische Bürgerbüro. Sie ist sehr zufrieden mit dem Online-Terminbuchungssystem. © Stadt Dorsten

Wie viele Bürgerinnen und Bürger haben im vergangenen Jahr Termine im Bürgerbüro wahrgenommen und was war das häufigste Anliegen?

Das Team Bürgerbüro hat im vergangenen Jahr rund 35.000 Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern bearbeitet. Das ging von der klassischen Ausstellung von Ausweis- und Passdokumenten (knapp 11.000 Fälle) über rund 5.000 An- und Ummeldungen und 3.000 polizeiliche Führungszeugnisse bis zu den übrigen unterschiedlichen Bescheinigungen (9.000), amtlichen Dokumenten (6.000), Beglaubigungen (600) und Parkausweisen (400). Die Corona-Pandemie hat natürlich auch uns vor besondere Herausforderungen gestellt. So wurden auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Bürgerbüro dauerhaft in anderen Bereichen des Ordnungswesens eingesetzt. Glücklicherweise konnten wir durch die schon eingeführte Terminverwaltung und durch vorhandene Hygienemittel schnell auf die geänderten Rahmenbedingungen reagieren und den Betrieb nach der sechswöchigen Schließung mit ausreichendem Schutz fortführen.

Seit über einem Jahr vereinbaren Bürgerinnen und Bürger ihre Termine online unter https://www.qtermin.de/stadt-dorsten-bb. Welche Vorteile hat das System?

Das neue System hat bei den Bürgerinnen und Bürgern bereits nach einigen Wochen eine hohe Akzeptanz erhalten. Neu ist für viele, dass sie nicht einfach so vorbeikommen können, sondern sich vorher über die Terminbuchung ankündigen müssen.

Die Wartezeit vor Ort hat sich quasi auf Null reduziert. Für uns macht es die Personalplanung einfacher, da diese an der Bürgernachfrage orientiert werden kann. Jedoch haben wir noch eine große Bitte: Es wäre wünschenswert, wenn Bürgerinnen und Bürger Termine, die sie nicht wahrnehmen können, stornieren. Das ist ganz einfach. In der Bestätigungsmail ist das Wort Stornieren blau hinterlegt – und damit verlinkt, sodass man draufklicken kann. Bei rechtzeitigen Stornierungen haben andere Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, diese Termine zu bekommen, und es entsteht keine unnötige Wartezeit.

Wie ist die aktuelle Wartezeit auf einen Termin?

Termine sind derzeit in den meisten Fällen noch am gleichen Tag oder innerhalb der gleichen Woche zu bekommen. Unser Team steht den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung, wenn sie An- oder Ummeldungen vornehmen müssen oder dringend Ausweise oder Dokumente benötigen. Wir bitten allerdings darum, in diesen Zeiten genau zu überlegen, ob ein Termin wirklich dringend benötigt wird. Wer unsicher sind, kann gerne bei uns anrufen.

Was hat sich mit Beginn des Jahres 2021 verändert?

Der Personalausweis ist im neuen Jahr bundeseinheitlich um 8,20 Euro teurer geworden. Kostenlos ist dafür das Neusetzen einer PIN für den elektronischen Personalausweis. Zudem ist neu, dass nichtdeutsche Bürger der Europäischen Union, die noch kein Dokument mit elektronischer Ausweisfunktion haben, eine elektronische ID-Karte beantragen können.
Und Kinderreisepässe sind nun seit diesem Jahr nur noch für ein Jahr gültig. Sie können jeweils um ein Jahr verlängert werden, bis das Kind das 12. Lebensjahr vollendet.

Müssen Bürgerinnen und Bürger mit einer Strafe rechnen, wenn ihr Personalausweis abgelaufen ist?

In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir wegen eines ungültig gewordenen Personalausweises kein Bußgeld erheben. Bürgerinnen und Bürger können ihren Personalausweis weiterhin auf Verlangen bei den unterschiedlichen Stellen vorzeigen und sich innerhalb von Deutschland damit ausweisen. Es ist sicher nicht ratsam, dass zum Beispiel die über 80-Jährigen vor dem Impftermin noch ins Bürgerbüro kommen, um im Impfzentrum einen Ausweis vorzeigen zu können, der gültig ist.

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