Der Einzelhandel steht wegen Corona erneut still, aber eine Gutscheinaktion von „eindorsten" wird es diesmal nicht geben. © Ralf Pieper/eindorsten (A)
Coronavirus

Keine weitere „eindorsten“-Gutscheinaktion für Läden und Unternehmen

Menschen aus Dorsten helfen ihren Lieblingsläden: Im Corona-Frühjahr war ein Gutschein-Portal damit sehr erfolgreich. Eine Neuauflage im zweiten Lockdown gibt es aber nicht. Hier die Gründe.

Der erste Lockdown im Frühjahr hat in Dorsten so manche erfolgreiche Initiative erblühen lassen, die in der Krise dafür gesorgt hat, den Zusammenhalt der Menschen vor Ort zu stärken. Dazu gehörte auch der damals neu gegründete ehrenamtliche Verein „eindorsten“. Sein Antrieb: Die Dorstener mithilfe eines Online-Gutschein-Shops mit ihren gezwungenermaßen geschlossenen Lieblingsläden und -geschäften in Treue zu verbinden.

Nun ist die zweite Corona-Welle mit Macht gekommen – und damit auch der nächste harte Shutdown. Doch eine Neuauflage des Gutschein-Portals wird es nicht geben. „Damals war die ganze Situation für alle neu, keiner wusste, was man machen sollte, da brauchten die Dorstener Unternehmen genau diese Art der Unterstützung“, sagt „eindorsten“-Mit-Initiator Paul Tüshaus.

Die acht Gründungsmitglieder von
Die Gründungsmitglieder von „eindorsten” © eindorsten © eindorsten

Eigene Lösungen entwickelt

„Doch inzwischen haben die Geschäftsleute dazugelernt und zum großen Teil eigene Gutschein-Lösungen entwickelt“, begründet er, warum der Verein diesmal nicht aktiv wird. „Zudem wurden damals nach ein paar Wochen gar nicht mehr so viele Gutscheine verkauft“, ergänzt Hendrik Gottschalk.

Als Privatleute hatten sich Tüshaus und Gottschalk sowie Jan Owiesniak und Vicky Wrobel bereits Ende März entschlossen, den Verein zu gründen. „Nur gemeinsam kann es in diesen schwierigen Zeiten in Richtung Zukunft gehen“, erklärten sie damals. Luca und Lennart Schlotmann stiegen ebenfalls ins Projekt mit ein, ebenso Lukas Havighorst und Michel Joswig.

Mit dem ersten Projekt, dem „eindorsten-Gutschein-Shop, konnten sie damals innerhalb weniger Wochen rund 40.000 Euro generieren, um Dorstener Unternehmen schnell und unkompliziert finanziell unter die Arme zu greifen. Insgesamt hatten sich 102 Geschäftsleute und Unternehmer auf der Plattform registriert.

421 Kunden, 975 Gutscheine

421 Kunden hatten 463 Bestellungen aufgegeben und 975 Gutscheine erworben. Interessant dabei: „Ungefähr die Hälfte der Gutscheine ist überhaupt nicht eingelöst worden“, darauf weist Hendrik Gottschalk hin. Heißt: Die Käufer haben den Kaufpreis bewusst als Spende an die betroffenen Geschäftsleute angesehen.

Paul Schürholz und seinen Mitstreitern ist es übrigens „ganz lieb“, dass die Gutschein-Aktion nicht erneut aufleben muss. Denn sie habe viel Arbeit gebunden. „Wir müssen uns ja alle auch um unsere eigen Läden kümmern.“

„Nichts mit Corona zu tun“

Nichtsdestotrotz: Auf der jüngsten Vereinsversammlung habe man sich entschlossen, mit Beginn 2021 künftig jedes Jahr ein neues Gemeinschafts-Projekt zu starten, sagt er. Konkret ausgearbeitet sei zwar noch nichts, aber eins ist schon jetzt klar. „Es wird nichts mit Corona zu tun haben.“

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Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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