Kindergärten wieder für alle Kinder geöffnet – mit Einschränkungen

mlzKinderbetreuung

Seit Montag dürfen wieder alle Kinder in ihre Kitas. Die Eltern müssen jedoch einige Einschränkungen in Kauf nehmen. Der Personalmangel hat auch Auswirkungen auf das Mittagsangebot.

Dorsten

, 09.06.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 8. Juni dürfen die Kindergärten wieder für alle Kinder öffnen. Der Kita-Betrieb findet allerdings mit reduzierten Betreuungszeiten statt. Der Infektionsschutz mache weiterhin Einschränkungen nötig, sagt Bürgermeister Tobias Stockhoff.

Wie vom Land vorgegeben, verständigte sich die Stadt Dorsten mit Vertretern der Kirchen, der Lebenshilfe und von zwei Elterninitiativen darauf, die Betreuungszeiten zu reduzieren. Die gebuchte Stundenzahl wurde jeweils um zehn Stunden gekürzt.

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Betreuungszeit um zehn Stunden reduziert

Wer also 45 Wochenstunden für sein Kind gebucht hat, kann davon nur noch 35 Stunden in Anspruch nehmen, bei 35 Stunden verbleiben noch 25 Stunden, und so weiter. Dies sei notwendig, um die erhöhten Hygienestandards in den Einrichtungen sicherstellen zu können und um Personalausfälle zu kompensieren.

„Die reduzierten Zeiten haben die Eltern klaglos zur Kenntnis genommen“, sagt Barbara Lauber, Leiterin der Freien Kita Kuckucksnest. Ihr gegenüber habe es keine Beschwerden gegeben. Vielmehr seien die Eltern froh darüber, wieder ein Betreuungsangebot zu haben.

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Ähnliches berichtet Elke Lefarth, stellvertretende Leiterin der katholischen Tageseinrichtung St. Antonius Holsterhausen: Zwar habe es vereinzelte Beschwerden gegeben, insgesamt seien die Eltern der Situation aber mit viel Verständnis begegnet. Ein besonderes Lob gab es für die Kinder: „Sie machen bei den Hygieneregeln sehr gut mit. Das Händewaschen ist für sie fast schon ein Ritual. Es ist niedlich, wenn sich die Kinder gegenseitig daran erinnern.“

Personalmangel hat mehrere Auswirkungen

Dass sich die Kinder freuen, ihre Freunde wieder zu sehen, bestätigt Pfarrer August Hüsing von der Katholischen Pfarrgemeinde St. Paulus Hervest. Kleine Problematiken gebe es dennoch: „Die Zeit ist nur ein Aspekt, doch die Maßnahmen haben mehrere Auswirkungen.“

Manche Betreuer können wegen einer gesundheitlichen Vorbelastung nicht am Kind arbeiten. Wegen des Personalmangels falle das Mittagessen in der Kita St. Paulus aus. Eltern müssen ihre Kinder daher teilweise früher abholen als sonst. „Unterm Strich ziehen wir aber ein positives Fazit“, sagt August Hüsing.

Kindern fiel die morgendliche Übergabe leicht

Trotz teils langer Abwesenheit falle den Kindern die morgendliche Übergabe überraschend leicht: „Das hat reibungslos geklappt und es war keine Eingewöhnung nötig. Die Kinder sind mit Spaß und Freude zurückgekommen“, sagt Barbara Lauber.

Für den Fall der Fälle hat die Kita St. Antonius einen Winkebereich zur Verabschiedung eingerichtet. Elke Lefarth: „Die Übergabe haben wir uns schlimmer vorgestellt, aber die Kinder sind froh, wieder miteinander spielen zu können.“ Auf der Winkebank vor dem Eingang haben Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder – falls nötig – zu trösten und noch einmal zu drücken.

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Denn die Eltern dürfen die Einrichtungen im Regelfall beim Bringen und Abholen nicht betreten. Für sie gilt außerdem die Maskenpflicht – auch draußen. Die Erzieherinnen sollen ebenso im Gespräch mit Eltern und unter Kollegen einen Mund-Nase-Schutz tragen. Im Umgang mit den Kindern wird den Erzieherinnen zwar empfohlen, eine Maske zu tragen, eine verpflichtende Vorgabe ist das aber nicht. Diese Entscheidung ist den Erzieherinnen selbst überlassen.

„Manche unserer Erzieherinnen tragen eine Maske, aber der überwiegende Teil verzichtet bei der Arbeit mit den Kindern aber darauf“, sagt Elke Lefarth. Mimik spielt im Kontakt mit den Kleinen eine wichtige Rolle, sagt Barbara Lauber. „Wir haben nur eine Gruppe und darin sind auch U3-Kinder. Masken sind da nicht möglich.“

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