Viele öffentliche Gebäude in Dorsten müssen saniert werden, auch Kita-Plätze werden benötigt. Mit einer verbindlichen Prioritätenliste für die Bauvorhaben will die Stadt nun systematischer vorgehen und nachvollziehbarer handeln. © picture alliance / dpa
Baumaßnahmen

Kita, Sporthalle, Rettungswache: Diese zehn Bauvorhaben sind der Stadt Dorsten am wichtigsten

In Dorsten stehen in den nächsten Jahren einige Baumaßnahmen an. Insgesamt 18 größere Vorhaben hat die Stadtverwaltung derzeit auf dem Zettel. Das sind die zehn mit der höchsten Priorität.

Bei der Sanierung städtischer Gebäude gibt es in Dorsten weiterhin großen Nachholbedarf. Auch werden dringend Flächen benötigt, um dem wachsenden Bedarf an Plätzen für Kinderbetreuung Genüge zu tun. Erst recht, wenn 2025 der zu erwartende Rechtsanspruch für Grundschulkinder auf Ganztagsbetreuung kommt. Die Stadtverwaltung ist der Ansicht, dass aktuell nur die Grüne Schule nach abgeschlossener Sanierung und die Agathaschule dafür gerüstet sind.

Viel zu tun also für die städtische Infrastruktur-Gesellschaft InfraDor. Eine Liste mit klar festgelegten Prioritäten soll bei der Abarbeitung helfen. So eine Priorisierung von Baumaßnahmen hat es bislang in Dorsten nicht gegeben. Jetzt hat die Verwaltung eine Prioritätenliste vorgelegt, die der Rat am Ende beschließen und ihr dadurch eine gewisse Verbindlichkeit geben soll.

1. Neubau Kita Hardt

„Allerhöchste Priorität“ hat für die Verwaltung die neue Kita an der Ziegelstraße. 70 Plätze sieht ein erster Entwurf vor. Bei der Planung hat sich InfraDor grundsätzlich an der neuen Kita Wennemar in Holsterhausen orientiert. Geplant ist eine Bauzeit von etwas weniger als einem Jahr, damit die neue Kita zu Beginn des Kindergartenjahres 2022/23 bezugsfertig ist.

2. Neubau Kita Wulfen-Barkenberg

Die Planungen für die neue Kita an der Marktallee haben im November begonnen. Baubeginn ist aber wohl erst Ende 2021, die Fertigstellung ist für Februar 2023 vorgesehen.

3. Sanierung Haldenwangschule

Die Dringlichkeit bei der Sanierung der Haldenwangschule ergibt sich nicht zuletzt aus dem Umstand, dass es sich um ein gefördertes Vorhaben handelt. Bis Ende 2023 müssen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Die Haldenwangschule muss saniert werden.
Die Haldenwangschule muss saniert werden. © Marie Rademacher (Archiv) © Marie Rademacher (Archiv)

4. Provisorische Kita-Plätze in Lembeck/Rhade

Die in Lembeck und Rhade vorhandenen Einrichtungen können den Bedarf an Betreuungsplätzen nicht mehr abdecken. Bis zum 1. August 2021 müssen die Plätze aber vorhanden sein. Der Zeitdruck lässt zunächst nur ein Provisorium zu. Denkbar sind Plätze in der Großtagespflege sowie zusätzliche Gruppen. Auf längere Sicht soll auch hier eine neue Kita gebaut werden.

5. Neubau Rettungswache Lembeck/Rhade

Lembeck und Rhade brauchen eine neue Rettungswache. Die Anforderungen an einen solchen Bau sind laut Verwaltung vergleichsweise überschaubar, weshalb er sich zügig realisieren lasse. Allerdings fehlt bislang ein passendes Grundstück. Die Stadt verfügt nach eigenen Angaben in Lembeck und Rhade nur über wenig Grundbesitz, der unter Umständen auch für eine neue Kita gebraucht wird.

6. Antoniusschule Holsterhausen

Die Schule bekommt eine neue Mensa. Darüber hinaus besteht laut Stadtverwaltung weiterer Raumbedarf, der so akut ist, dass nicht bis zur Fertigstellung des Mensa-Neubaus gewartet werden kann. Es läuft wohl auf Fertigbauklassen hinaus. Weil das Schulgrundstück überschaubar ist und mittelfristig auch die Sporthalle ersetzt werden muss, wird erst noch eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Erst danach und somit nicht vor Sommer 2021 werden konkrete Baumaßnahmen vorgestellt.

7. Wilhelm-Lehmbruck-Schule Östrich

Es geht immer noch um die Frage, ob die an das Schulgebäude angrenzende alte Hausmeisterwohnung für fast 300.000 Euro saniert und für schulische Zwecke genutzt werden soll oder der Platzbedarf anderweitig, etwa durch einen Anbau, gedeckt werden kann. Vor Sommer 2021 beginnt die konkrete Planung nicht.

8. Neubau Sporthalle Wulfen

Der Rat hat im Juni 2020 den Neubau der Sporthalle Wulfen beschlossen und die Verwaltung beauftragt, mit den Nutzern der Halle ein Raum- und Bedarfsprogramm für die Sporthalle zu erstellen. Damit habe man bislang Corona-bedingt nicht beginnen können, so die Verwaltung.

9. Neubau Kita Hohefeldstraße

Die neue Kita in der Nähe des Hervester Bahnhofs ist auch für Pendler und Angestellte im Umfeld des Gemeindedreiecks vorgesehen, insbesondere für Lehrkräfte am Paul-Spiegel-Berufskolleg und Rathaus-Mitarbeiter. Im vierten Quartal 2021 soll die Planung beginnen.

10. Remise Betriebshof Grün

Das neue Nebengebäude auf dem Betriebshof an der Hasselbecke konnte bislang noch nicht angegangen werden. Grund ist laut Verwaltung Personalmangel. Die Anforderungen an den neuen Bau seien aber überschaubar, sodass es sich verhältnismäßig schnell mit einem Generalunternehmer realisieren lasse.

Außerdem auf der Liste (in dieser Reihenfolge): Neubau Juliushalle, Erweiterung Neue Schule, Ersatzbau Kita Ahornstraße, Neubau/Erweiterung Rathaus, Neubau Kita Lembeck/Rhade, Neubau Rettungswache Wulfen, Neubau Kita Hardt, Erweiterung Gerätehaus Hervest-Dorf.

Sollte der Rat die von der Verwaltung vorgeschlagene Priorisierung beschließen, werden Projekte mit geringerer Dringlichkeit erst dann bearbeitet, wenn das vorangegangene Projekt mit höherer Priorität dies zulässt. Die Stadt will weiterhin parallel an Projekten arbeiten, aber mit unterschiedlicher Intensität. Die nun vorliegende Liste soll fortgeschrieben werden – aber nicht „auf Zuruf“, wie die Verwaltung betont, sondern nach Möglichkeit nur bei entsprechenden Beschlüssen der Politik.

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Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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