Klare Kante: Das Ende eines Missverständnisses

mlzDer Schug-Rücktritt

Jennifer Schug hat ihren Rücktritt von allen Ämtern erklärt. Damit ist ein vierjähriges Missverständnis beendet. Unser Autor kommentiert: Diese SPD ist in Dorsten nicht wählbar.

Dorsten

, 13.06.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Als innerparteiliche Diplomatin hat sich Jennifer Schug in ihrer Amtszeit nicht gerade hervorgetan. Mit der Forderung, die SPD müsse weiblicher und jünger werden, hat die Parteichefin früh und unmissverständlich jedem zu verstehen gegeben, wohin die Reise mit ihr geht. „Nur so und nicht anders“, lautete ihre Devise. Kommunalpolitisch war sie hingegen unerfahren, manchmal wirkte sie auch ahnungslos.

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Die Genossen haben den Kurs der - zweifellos notwendigen - Erneuerung scheinbar mitgetragen, nicht wenige mit der Faust in der Tasche. Das glich mehr einer Zwangsehe, als einer Liebeshochzeit. „Ich nehme dich, was anderes bekomme ich ja nicht.“ Bei der Delegiertenwahl zur Bügermeisterkandidatur erhielt sie im März zehn Gegenstimmen, fast ein Drittel.

Jetzt hat nicht die SPD, sondern Jennifer Schug das Missverständnis beendet. Die Partei hat den Zeitpunkt der Trennung mehrfach verpasst und steht drei Monate vor der Wahl vor dem Nichts. Keinen Parteichef, keinen Bürgermeister-Kandidaten hat sie, auch keinen Nachfolger für den Fraktionsvorsitzenden Friedhelm Fragemann in der Hinterhand. Auch dafür war nämlich Jennifer Schug im (wahrscheinlichen) Falle einer Wahlniederlage vorgesehen.

Stockhoff genießt Sympathien im roten Lager

Diese SPD ist nach vielen internen Querelen, die sich auch durch die Fraktion zogen, möglicherweise für viele Menschen in Dorsten nicht mehr wählbar. Wenn bei der Delegiertenwahl im März einzelne SPD-Mitglieder tatsächlich gesagt haben, man solle besser den CDU-Kandidaten unterstützen, sagt das eine Menge über den Zustand der Partei in Dorsten.

Tobias Stockhoff wird Bürgermeister bleiben. Das kann man gut finden oder nicht. Wer ihn am 13. September nicht wählen mag, muss seine Stimme nach jetzigem Stand aber einem AfD-Kandidaten geben. Oder niemandem...

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