Klassikfestival in der Antoniuskirche

HOLSTERHAUSEN Was in zwei Sturmnächten vor fast 70 Jahren die Gemeinde St. Antonius ins Unglück stürzte, erwies sich nun, am Samstag, wieder einmal als wahrer Glücksfall.

von Von Kristoff Gött

, 06.07.2008, 16:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
„Pindakaas Saxophon Quartett“ lud wenigstens eine „Halbzeit“ zur musikalischen Fantasiereise in das „Paradies“ der St. Antoniuskirche.

„Pindakaas Saxophon Quartett“ lud wenigstens eine „Halbzeit“ zur musikalischen Fantasiereise in das „Paradies“ der St. Antoniuskirche.

Selten Gehörtes wie Albert Ketèlbeys Vaudeville-artige Musik, die die fantasievollen Eindrücke eines persischen Markts hörbar machte, und Claude Debussys „Golliwogg‘s cakewalk“ oder auch der „Totentanz“ des zeitgenössischen Frankfurter Komponisten Bastian Fiebig standen harmonisch Seite an Seite, wie auch Benjamin Brittens „Two insect pieces“ und allseits bekannte Melodien aus Walt Disney-Filmen. Der warme Klang und der ebenso aufrüttelnde wie milde Ton der Instrumente erfüllte das „Paradies“ von St. Antonius und die Zuhörer genossen sichtlich die Reise zwischen klassisch anmutenden Elementen, Anleihen aus dem Jazz oder orientalischen und lateinamerikanischen Einflüssen, die sich quer durch das ganze Programm zogen.

Diese mal leichte, mal eindringliche Unterhaltung, gepaart mit außerordentlicher Musikalität und kompositorischer Finesse, führte das Publikum durch sämtliche Gefühlslagen von sehnsüchtig-traurig bis hin zu ironisch-lustigen Elementen, wie etwa in Marcin Langers Eigenkomposition „Gameboy-Fantasy“. Zudem erwiesen sich die Musiker des „Pindakaas“-Quartetts auch als exzellente Moderatoren und führten in eigenen Worten oder Prosa und Lyrik rezitierend anschaulich durch ihr „Phantasia“.

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