Der Kleiderladen Frauensache(n) des Frauenhauses ertrinkt in Spenden: Danke, es reicht, sagt das Helferinnenteam. © privat
Secondhand-Laden

Kleiderladen des Frauenhauses ertrinkt in Spenden

Eine Million Tonnen Kleider werden deutschlandweit jährlich aussortiert. Gefühlt ist der Secondhand-Laden des Frauenhauses Dorsten damit überschwemmt worden. „Es reicht“, so das Frauenhaus.

Barbara Klaus-Krämer, Leiterin des Frauenhauses, hatte vor Kurzem um Kleiderspenden für den Second-Hand-Laden des Frauenhauses gebeten. Frauensache(n) in der Ursulastraße wurde seitdem mit Spenden überhäuft: „Wir ertrinken in Kleidung“, sagt sie jetzt und bedankt sich auf diesem Weg bei allen Spendern. Sie appelliert aber auch an alle, keine weiteren Säcke vor der Tür des Geschäftes abzuladen.

Diese Säcke gehen nach Bethel, einiges landet aber auch im Müll. © privat © privat

Denn die Regale sind übervoll, weitere Kleidungsstücke hat Frauensache(n) dank der vielen Spenden in der Hinterhand. Damit hat sich der Spendenaufruf als voller Erfolg erwiesen. Und damit ist es auch genug: „Wir können nichts mehr annehmen“, so Barbara Klaus-Krämer.

Unbrauchbare Spenden gehen nach Bethel – aber kein Abfall

Etliche Kleiderspenden, die für das Geschäft unbrauchbar waren, gehen säckeweise nach Bethel. Aber auch in Bethel kann man nichts mit verschmutzten, stark beschädigten Kleidern oder ausgetretenen Schuhen anfangen. Diese Sachen gehören in den Müll, nicht in die Altkleidersammlung.

Barbara Klaus-Krämer und ihr Team waren völlig überrumpelt, dass so viele Spenden im und vor dem Kleiderladen abgegeben bzw. abgelegt worden sind. Warum solche Mengen geliefert wurden, das haben sie dann später auf eigene Faust herausgefunden: „Viele Altkleidercontainer in der Stadt sind wegen Corona nicht in Betrieb, da kam es wohl einigen entgegen, dass wir einen Aufruf gestartet haben.“

Wie gesagt: Jetzt ist es wirklich genug. Mit den Kleiderspenden kommt Frauensache(n) locker bis zum Herbst über die Runden. In dem Geschäft können alle Frauen gegen kleines Geld gut erhaltene und modische Ware erwerben. Ausgestattet werden aber auch Frauen und ihre Kinder, die im Frauenhaus Unterschlupf suchen. Denn viele kommen nur mit dem in Dorsten an, was sie auf dem Leib tragen.

Bitte des Teams: Vorab telefonisch im Laden melden

Barbara Klaus-Krämer bittet herzlich darum, dass sich potenzielle Spender im Herbst telefonisch im Geschäft melden. Frauensache(n) ist unter Tel. (02362) 22336 zu erreichen. So können Abgabetermine mit dem ehrenamtlichen Helferinnenteam abgestimmt werden. Das Ablegen vor der Tür wird gar nicht gerne gesehen. Augenscheinlich nutzen einige Besucher die Gunst der Stunde, zu den Schließungszeiten ihre Säcke loszuwerden.

Dieselbe Erfahrung hat auch schon die Kleiderkammer des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) gemacht. Wegen eingeschränkter Öffnungszeiten stapeln sich auch hier die Säcke vor der Tür an der Crawleystraße – leider sind auch sie viel zu oft mit Müll gefüllt. Andererseits werden die Säcke auch aufgerissen von Leuten, die die Öffnungszeiten wohl nicht abwarten können.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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