Kollekte für die Heizung

Grafenwald "Wir brauchen die Solidarität von allen, die in Grafenwald wohnen, für unsere weitere Arbeit."

17.12.2006, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit diesen Worten beendete Johannes Eulering eine Pfarrversammlung, wie sie in der etwa hundertjährigen Geschichte der Pfarrei Hl. Familie noch nicht vorgekommen ist.

Denn zum letzten Mal trafen sich die Gemeindemitglieder als eigenständigen Pfarrei: Ab dem 1. Januar werden die Pfarreien in Feldhausen, Kirchhellen und Grafenwald bekanntlich zu einer Pfarrei zusammengelegt.

Riesenberg

Ein "Riesenberg unbekannter und ungelöster Probleme" habe in diesem Jahr vor den entscheidenen Gremien gelegen, so Eulering. Das "Zuein-anderfinden" habe eine äußere, aber auch eine innere Seite gehabt. In vielen, vielen Gesprächen habe man eine Arbeitsebene schaffen können, die zunehmend vom Geist der Kooperation getragen worden sei.

Das "heikle Thema" Gottesdienstordnung erläuterte Pastor Klaus Klein-Schmeink. Bei der Planung habe man bewusst darauf geachtet, dass ein Pastor alle Gottesdienste in den drei Gemeinden an einem Tag schaffen könne. "Es kann ja schließlich sein, dass ich mir mal beim Bethlehemsgang ein Bein breche", so Pastor Klein-Schmeink. Ein Gottesdienst in Grafenwald am Wochenende müsse deshalb entfallen. "Pastor Stücker und ich sind uns nicht zu schade, noch mehr Messen zu feiern. Wenn die Kirchen rappelvoll sind!" Bei den Beerdigungen werden Pastoralreferentin Schwester Martina Küting und Diakon Heinz Kranig den beiden Pastören unter die Arme greifen. "Wir haben pro Jahr 120 Beerdigungen", so Pastor Klein-Schmeink.

Doch es wurde auch kritisch hinterfragt bei der Pfarrversammlung: Dass man nicht nur über die Quantität der Gottesdienste sprechen solle, sondern auch über dei Qualität. Oder wo denn die Vision, das inhaltliche Ziel bei der Fusion liege. Oder auch ganz konkret von Kommunikationsproblemen zwischen Pastören und Kommunionhelfern und Messdienern berichtet.

Ausgeglichen

Willi Stenmanns legte die Zahlen des Kirchenvorstandes vor. Einen ausgeglichenen Haushalt konnte er präsentieren: 620.000 Euro Einnahmen und Ausgaben. 425.000 Euro für den Kindergarten, 74 .000 Euro für das Personal, 32.000 Euro für Energie und sonstige Ausgaben bedeuten: Zur freien Verfügung hat der Kirchenvorstand nur 37.000 Euro.

Auf Nachfrage kündigte Pastor Klein-Schmeink eine Neuerung an: "Wir werden demnächst bei jeder Kollekte sagen, wofür sie ist. Das hat sich in Kirchhellen als sehr lukrativ erwiesen." Und fügte scherzhaft hinzu: "Einfach die Heizung ausdrehen und sagen, man sammelt für die Heizung." ber

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