Mit der neuen Coronaschutzverordnung fällt die Sammlung der Kontaktdaten sowohl in der Gastronomie als auch bei Veranstaltungen weg. © Michael Klein
Coronavirus

Kontaktverfolgung fällt weg: Gastronomen in Dorsten sind erleichtert

Wer Sorge um die eigenen Daten beim Restaurantbesuch hatte, kann jetzt aufatmen. Kunden müssen nämlich keine Kontaktdaten mehr abgeben. Dorstener Gastronomen sind ebenfalls erleichtert.

Wer zurzeit die Gastronomie besucht, fühlt sich fast an die Zeit vor der Pandemie erinnert. Denn die Aufnahme von Kontaktdaten über ein Formular oder per App wird nicht mehr benötigt. Damit sparen Dorstener Gastronomen nicht nur Papier, sondern auch Arbeitskraft.

Zusätzliche Arbeit wird eingespart

Das Land hat laut Kreis Recklinghausen entschieden, dass die neue Coronaschutzverordnung keine Notwendigkeit zur Nachverfolgung von Kontakten mehr vorsieht. Das gilt sowohl für die Gastronomie als auch für Veranstaltungen. Somit soll im Fall einer Infektion jede Person selbst so genau wie möglich angeben, wo sie wann sie mit wem zusammen war.

Die Gastronomen in Dorsten sind erleichtert über die neue Regelung. Visar Peci, Geschäftsführer des Café Extrablatt am Markt, ist froh: „Das spart uns eine Menge Arbeit ein!“ Die Luca-App sei zwar vorteilhaft gewesen, doch die Kontaktdatenaufnahme war für ihn nur zusätzlicher Stress.

Die gesammelten Daten wurden dann noch nicht einmal gebraucht, sagt er ein wenig aufgebracht. „Zum Glück“, betont er direkt danach. Er habe von lediglich einem Café der Kette mitbekommen, dass die angegebenen Kontaktdaten gebraucht wurden.

Gäste gaben teilweise ausgedachte Adressen an

Die Gäste des Cafés haben die erst kürzlich geänderte Regelung als positiv empfunden. „Ich habe gemerkt, dass sie das auch einfach nicht mehr wollten“ erklärt Visar Peci. Der gleichen Meinung ist auch Tekin Dagdelen, Geschäftsleitung von „Bei Yasemin“ in Hervest. „Es gab auch viele Kunden, die extra unleserlich geschrieben haben oder ausgedachte Daten angegeben haben“, erklärt er.

Für ihn bedeutete das Sammeln von Daten ebenfalls wie im Cafe Extrablatt nur zusätzliche Arbeit: „Wir hätten fast jemanden dafür einstellen können.“ Gerade der angefallene Papiermüll hat ihm zu schaffen gemacht. Deswegen sei er froh, dass das nun ein Ende habe. Viele der Gäste haben die fehlenden Zettel nicht bemerkt. Doch Gäste, denen es aufgefallen ist, sind ebenfalls erleichtert.

Der Inhaber des Eiscafés San Remo ist der Meinung, dass Kontaktdaten weiter erfasst werden sollen.
Der Inhaber des Eiscafés San Remo ist der Meinung, dass Kontaktdaten weiter erfasst werden sollen. © Privat © Privat

Auch für Timo Vesiqi, Inhaber des Eiscafés San Remo in der Essener Straße, bringt dieser Punkt der neuen Coronaschutzverordnung Vorteile. „Wir haben oft Diskussionen mit unseren Gästen gehabt“, sagt er. Denn von ihnen kam nur Unverständnis. Er selbst ist sich aber noch unsicher, was die komplette Abschaffung der Datensammlung angeht: „Ich finde, dass es zur Sicherheit noch länger fortgeführt werden sollte.“ Auch wenn diese Daten bei ihm noch nie zum Einsatz kamen.

Verantwortung liegt jetzt bei jedem selbst

Denn mit dem Wegfall der Kontaktformulare liegt die Verantwortung bei den Bürgerinnen und Bürgern. Daher bittet Bodo Klimpel, Landrat des Kreises Recklinghausen, die Pandemie weiterhin ernst zu nehmen. „Bitte unterstützen Sie unser Gesundheitsamt dabei, Kontaktpersonen weiterhin schnell zu ermitteln, indem Sie Ihre Kontakte selbst nachhalten.“ Nur so werden Ansteckungen und schwere Krankheitsverläufe verhindert, bis Deutschland eine entsprechende Impfquote erreicht hat.

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