Konzept für die "Neue Schule Dorsten" steht

Alle wichtigen Fakten

Seit fast zwei Jahren erarbeitet ein Pädagogischer Arbeitskreis im Auftrag der Stadtverwaltung das Konzept für die Sekundarschule, die ab August 2018 auf dem Gelände des Schulzentrums an der Pliesterbecker Straße eingerichtet werden soll. Hier die wichtigsten Fakten:

Dorsten

, 03.04.2017, 17:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dieses Team arbeitet hart an der "Neuen Schule Dorsten" (v.l.): Hermann Twittenhoff (Gesamtschule Wullfen), Margarete Kannengießer (v .Ketteler-Schule), Daniela Kasche (Dietr.-Bonhoeffer-Schule), Michaela Büschemann (Paul-Spiegel-Berufskolleg), Susanne Bender (Erich-Klausener-Schule), Susanne Diericks (Schulamt), Lars Ehm (Schuldezernent), Daniela Faude (Gymnasium Petrinum) und Stefan Eulering (Paul-Spiegel-Berufskolleg). Nicht mit im Bild Prof. Werner Springer (Moderator).

Dieses Team arbeitet hart an der "Neuen Schule Dorsten" (v.l.): Hermann Twittenhoff (Gesamtschule Wullfen), Margarete Kannengießer (v .Ketteler-Schule), Daniela Kasche (Dietr.-Bonhoeffer-Schule), Michaela Büschemann (Paul-Spiegel-Berufskolleg), Susanne Bender (Erich-Klausener-Schule), Susanne Diericks (Schulamt), Lars Ehm (Schuldezernent), Daniela Faude (Gymnasium Petrinum) und Stefan Eulering (Paul-Spiegel-Berufskolleg). Nicht mit im Bild Prof. Werner Springer (Moderator).

Welchen Namen wird die Schule tragen? Sie wird „Neue Schule Dorsten“ heißen. „Wir haben absichtlich auf einen berühmten Namenspatron verzichtet, denn es handelt sich um eine Neugründung und nicht um eine Zusammenlegung von Schulformen“, erklärt Susanne Bender, Schulleiterin der Erich-Klausener-Realschule. Eventuell könne zu einem späteren Zeitpunkt die Schulkonferenz über einen anderen Namen befinden, falls gewünscht.

Die Neue Schule soll Unesco-Schule werden. Welche Idee steckt dahinter? Die programmatischen Unesco-Ziele werden im pädagogischen Konzept als Leitidee und Handlungsmaxime verankert. Dabei geht es um Menschenrechtsbildung und Demokratieerziehung, um interkulturelles Lernen und Zusammenleben in Vielfalt. Bildung für nachhaltige Entwicklung, Umweltbildung und globale Entwicklung sind weitere wichtige Aspekte. Auch spielen Freiheit und Chancen im digitalen Zeitalter sowie die Unesco-Welterbe-Erziehung eine wichtige Rolle.

Wie soll das besondere Profil „Unesco-Schule“ gesichert werden? Unesco-Schulen sind zertifiziert und in ihrer Anzahl begrenzt. Der Prozess, Unesco-Schule zu werden, dauert sieben Jahre. Doch die Neue Schule wird auch schon vor der angestrebten Zertifizierung im Sinne einer Unesco-Schule arbeiten. Sie wird sich ins Netzwerk der Unesco-Schulen aus der Region einbinden, sich an den Jahresthemen, Lehrerfortbildungen, Schülerseminaren sowie dem Schüleraustausch unter dem Unesco-Dach beteiligen. Zudem werden regelmäßige externe Qualitätsüberprüfungen (Gütesiegel) durchgeführt.

Welche neuen pädagogischen Ziele verfolgt die Neue Schule? Sie ist eine Schule des längeren gemeinsamen Lernens. Im 5. und 6. Jahrgang lernen alle gemeinsam. Erst ab Jahrgangsstufe 7 beginnt sukzessive eine äußere Differenzierung in Grund- und Erweiterungskurse. Die Unterrichtsform ist offen, begleitet und strukturiert. Das heißt, das ein gemeinsamer Lerngegenstand unterschiedlich erarbeitet werden kann. Am Ende werden die Inhalte wieder zusammengeführt. Diese „Lernstationen“ dienen als wichtige Ressource, sich Lerninhalte im Sinne von individueller Förderung unter angeleitetem Lernen anzueignen. Ziel ist es, die Schüler auf ihren Übergang ins Berufsleben bzw. in die weiterführende Sekundarstufe II vorzubereiten und zu begleiten.

Wie ist der Schulalltag organisiert? Die Sekundarschule wird eine Ganztagsschule sein, die die besondere Verbingung von Leben und Lernen im Schulalltag ermöglicht. Die Unterrichtsstunden dauern zirka 60 Minuten. Der Unterrichtsbetrieb endet gegen 15 Uhr. Die Erledigung der traditionellen Hausarbeiten wird an der Schule erfolgen. Anschließend wird noch in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern (Vereinen, etc.) eine Betreuung im Freizeitbereich (Spiel, Sport, Kunst, etc.) angeboten.

Wie spiegelt sich das pädagogische Konzept in der Raumstruktur? Das gemeinsame Lernen erfordert einen großen, anregungsreichen Klassenraum. Die Partner- und Einzelarbeit braucht flexible Tische, Präsentationsflächen und eine moderne technisch-mediale Ausstattung. „Die Kreidezeit ist vorbei“, kommentiert Susanne Bender. Räume zur Differenzierung und Vertiefung (Lernstation) müssen vorhanden sein. Auch die Lehrer müssen für ihren Ganztag mit einem angemessenen Arbeitsplatz ausgestattet sein. Der Ganztagsbetrieb muss mit Mensa, Bewegungsraum, gestaltetem Innen- und Außenbereich, Aula, etc. ebenfalls angemessen ausgestattet sein.

Was braucht die Sekundarschule an zusätzlicher personeller Ressource? Um den vielfältigen Anforderungen einer inklusiven/integrativen Ganztagsschule gerecht zu werden, bedarf es eines multiprofessionellen Team, zu dem auch Schulsozialarbeiter, Sonderpädagogen und Integrationshelfer gehören.

Wie wird für Schüler, die das Abitur anstreben, der Übergang in die Sekundarstufe II sichergestellt? Kooperationen mit den drei Dorstener Oberstufen – Gymnasium Petrinum, Gesamtschule Wulfen und Paul-Spiegel-Berufskolleg – sichern die individuelle Anschlussmöglichkeit nach zehn Pflichtschuljahren. Damit beim begleiteten, strukturierten Übergang nicht eventuelle Defizite arbeitsaufwendig nachgearbeitet werden müssen, werden schon für die unteren Klassen nach Absprache mit den weiterführenden Schulen Anforderungsprofile abgeglichen. Zusammenarbeit bei (Unesco-) Projekten, Beratung, „Schnuppertage“ und Praktika sollen die Verbindung zu den Kooperationspartnern stärken.

Wie sieht jetzt die Zeitschiene zur Umsetzung der Neugründung aus? „Nach den Sommerferien werden wir geballt mit einem Flyer und mit Infoveranstaltungen die Öffentlichkeit informieren“, kündigt der 1. Beigeordnete Lars Ehm an. Die Eltern müssten bestens informiert sein, bevor sie dann – ebenfalls nach den Sommerferien - zur Befragung aufgefordert würden. Wenn alles planmäßig laufe, starte die „Neue Schule Dorsten“ 2018/2019.

Zum Arbeitskreis gehören: Hermann Twittenhoff (Gesamtschule Wullfen), Margarete Kannengießer (Von-Ketteler-Schule), Daniela Kasche (Dietr.-Bonhoeffer-Schule), Michaela Büschemann (Paul-Spiegel-Berufskolleg), Susanne Bender (Erich-Klausener-Schule), Susanne Diericks (Schulamt), Lars Ehm (Schuldezernent), Daniela Faude (Gymnasium Petrinum),Stefan Eulering (Paul-Spiegel-Berufskolleg) und Prof. Werner Springer (Moderator).

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