Was machen die Kitas, wenn die Erkältungswelle die Erzieherinnen erwischt?

mlzKinderbetreuung

Erzieherinnen krank, Kinder gesund. Wenn das passiert, müssen Kitas manchmal passen und Eltern ihren Nachwuchs selbst betreuen. In Barkenberg klappt das gerade hervorragend.

Wulfen-Barkenberg

, 07.11.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schniefende Kinder, hustende Eltern, Kolleginnen mit Halsweh: Erzieherinnen sind im Berufsalltag vielfältigen Angriffen durch Krankheitserreger ausgesetzt. Meist können sie sich durch stabile Gesundheit und ein abgehärtetes Immunsystem erfolgreich zur Wehr setzen, aber manchmal müssen sie sich geschlagen geben und werden krank. Und wenn sich dann gleich mehrere Mitarbeiter in einer Einrichtung krank melden müssen, wird’s schwierig mit der Betreuung der Kinder.

In der Kita Metastadt ist die Hälfte des Personals krank

In dieser Woche hat es die Kita Metastadt in Wulfen-Barkenberg getroffen. 50 Prozent des Personals mussten seit Dienstag zu Hause bleiben, berichtet Kita-Leiterin Sandra Appel. „Das hatten wir noch nie“, klagt Sandra Appel. „Die Hälfte des Personals ist krank. Das ist uns sehr unangenehm den Eltern gegenüber, die uns brauchen und auch einen Anspruch auf Betreuung ihrer Kinder haben.“

Aber krank ist krank und eine solche Situation einfach nicht zu ändern. Deshalb haben die Verantwortlichen der Kita Metastadt das getan, was die Stadt Dorsten für all ihre Kitas vorsieht. Christoph Winkel von der Pressestelle: „Eltern, die in diesem Fall beruflich nicht gebunden sind, werden gebeten, ihre Kinder in dem Zeitraum, in dem die Personaldecke besonders dünn ist, zu Hause zu betreuen. In der Regel sind die Eltern sehr verständnisvoll und kommen dieser Bitte nach.“

Kita-Leiterin lobt verständnisvolle Eltern

Das bestätigt Sandra Appel, die voll des Lobes ist für ihre verständnisvollen Eltern. „Das hat wirklich ganz toll geklappt“, erzählt sie. Sind beide Eltern berufstätig und sei eine Betreuung in der Kita zwingend erforderlich, werden die Kinder nach Angaben der Pressestelle auf andere Gruppen in der jeweiligen Einrichtung verteilt. Komme es gar zu erheblichen personellen Engpässen, würden sogenannte Notgruppen eingerichtet, in denen die Betreuung der Kinder gewährleistet werde. Winkel: „Bei noch drastischeren Engpässen würde in benachbarten Einrichtungen gefragt, ob eine Betreuung vor Ort möglich ist.“

Dass Erzieherinnen und Erzieher aus anderen Kitas aushelfen, also zeitweise versetzt werden, sei aus Sicht der Stadt Dorsten eine absolute Notlösung, die zum Glück noch keine Anwendung gefunden habe. Schließlich würde sich an anderer Stelle eine neue Lücke auftun.

Kitas wünschen sich eine Springer-Kraft

„Eine Springer-Kraft wäre schön“, sagt Sandra Appel, „die immer dort einspringen kann, wo gerade wegen Krankheit oder Urlaub jemand fehlt.“ Sie hofft darauf, dass die nächste Fassung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) der Stadt Dorsten die Einstellung einer solchen Kraft ermöglicht.

Ihre kurzfristige Hoffnung richtet sich dagegen auf Montag: „Ich hoffe, dass dann alle wieder einigermaßen gesund zum Team stoßen und der Betrieb wieder normal laufen kann.“

Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Appell an Hundebesitzer

Gucken ja! Kacken nein! Grüne Schule markiert Spielfläche für Schüler mit kessen Sprüchen