Kreishaus-Protestler Uwe Kähler geht in die Dorstener Politik

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Den Neubau des Kreishauses hat Uwe Kähler im vergangenen Jahr verhindert. Jetzt zieht es den Dorstener in die Kommunalpolitik. Ein Parteibuch braucht er dafür nicht.

Dorsten

, 21.01.2019, 13:16 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das von ihm initiierte Bürgerbegehren hat im vergangenen Jahr verhindert, dass das Kreishaus in Recklinghausen für viel Geld neu gebaut wird. Der Kreistag hat seinen eigenen Beschluss inzwischen aufgehoben. „Das hat mir gezeigt, dass man in der Politik etwas bewegen kann“, sagt Uwe Kähler. Er möchte sich künftig in die Dorstener Kommunalpolitik einmischen - allerdings zunächst auf kleiner Flamme.

Für die CDU-Ratfraktion gehört Uwe Kähler künftig als stellvertretender sachkundiger Bürger dem Bauausschuss, dem Kulturausschuss, dem Sportausschuss und dem Umwelt- und Planungsausschuss an. „Ich erhalte Einblicke, die ich sonst nicht bekommen hätte“, sagt der Hardter. Bürgermeister Tobias Stockhoff hatte er gefragt, wie er sich in der Kommunalpolitik engagieren könnte - „das war dann sein Vorschlag“.

„Es gab keine anderen Anfragen“

Eine gewisse Nähe zu den Christdemokraten kann man Uwe Kähler angesichts der CDU-Unterstützung beim Bürgerbegehren wohl unterstellen, das Parteibuch hat er allerdings nicht. „Ich hätte mich auch für jede andere Fraktion engagieren können, aber es gab keine Anfragen.“ Politisch unabhängig möchte er bleiben, unbequem ebenfalls. „Ich bin kein Ja-Sager.“

Die politischen Themen decken sich größtenteils mit seinen persönlichen Interessen. „Ich bin Radsportler und natürlich an Sport interessiert, aber auch an Verkehr und am Zustand der Straßen beispielsweise.“ Ein Jazz-Abo und ein Theater-Abo in Oberhausen unterstreichen seine kulturellen Neigungen. Ob sich aus seinem politischen Engagement mehr entwickelt, bespielsweise eine Kandidatur im nächsten Jahr für den Stadtrat, lässt Uwe Kähler offen. „Ich schaue mir das alles erst mal in Ruhe an“, sagt er. „Ich finde das sehr spannend.“

Frisches Blut können wohl alle Dorstener Parteien gebrauchen, eine Verjüngungskur auch. Für letztere wäre Uwe Kähler aber wohl der falsche Mann. Er wird in diesem Jahr 60.

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