Künstlerin Laula Plaßmann präsentiert Familienbilder im Jüdischen Museum

DORSTEN 35 Familienbilder der Künstlerin Laula Plaßmann sind ab Sonntag im Jüdischen Museum zu sehen. Der Familie von Laula Plaßmann blieben nach dem Holocaust nur Gesprächs-Erinnerungen an ermordete Verwandte. Die hat Laula Plaßmann umgesetzt.

von Von Michael Klein

, 12.03.2009, 17:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Künstlerin Laula Plaßmann präsentiert Familienbilder im Jüdischen Museum

Gewisse Ähnlichkeit: Künstlerin Laula Plaßmann und ihre Tante Tamara.

Sie zeigt Tante Lea, die starb, bevor die Familie ins Warschauer Ghetto geschickt wurde, zeigt die stolze Katja und ihren ängstlichen Bruder Jakob, den Beter Onkel Joachan, illustriert Chavas Träume, dank derer sie das KZ überlebte und dennoch kurz nach Kriegsende starb. Es sind Collagen mit meist dunklem Hintergrund, mit denen Laula Plaßmann trotz aller schmerzlicher Erfahrung auch die Hoffnung auf Normalität zeigen möchte. Obwohl sie keine fotografischen Vorlagen hatte, sind die Gesichter den realen Menschen beängstigend nahe gekommen – das hat Laula Plaßmann von ihren Eltern erfahren. „Es gibt sie wohl doch, die Brücke ins Unbewusste“, meint Laula Plaßmann, die zu 13 ihrer 35 ausgestellten Bilder erläuternde und sehr persönliche Texte geschrieben hat.

Wie zu Tante Tamara, über die es in Laula Plaßmanns Kindheit immer wieder hieß: „Tamara hatte genau die gleichen Haare wie Du“ und „Es gibt da eine gewisse Ähnlichkeit“ oder „Quatsch, Tamaras Kinn und Nase sprangen viel mehr vor“. Die eigenen Locken Und so hat Laula Plaßmann für ihre Collage Tante Tamara ihre eigenen lockigen Haare gegeben: „Oder gab sie mir ihre...? Egal“, sagt Laula Plaßmann.

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