Kung-Fu-Trainer schult Mitarbeiter der Stadtverwaltung

mlzSicherheitstraining

Um in Konfliktsituationen sicherer agieren zu können, erhalten Mitarbeiter der Dorstener Stadtverwaltung eine spezielle Schulung.

Dorsten

, 15.09.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit blitzschnellen Schlägen und Kicks hat Bruce Lee seine Gegner reihenweise erledigt. Auch 50 Widersacher auf einmal waren kein Problem für die Kampfkunst-Ikone. Lee galt als ausgewiesener Kung-Fu-Fachmann, weshalb auch renommierte Karatekämpfer wie Chuck Norris Privatunterricht bei ihm nahmen.

Auch Mitarbeiter der Dorstener Stadtverwaltung gehen demnächst in die Lehre bei einem Kung-Fu-Trainer. Bei der Schulung mit Marcel Hofmann von den Selbstverteidigungsschulen Wesel & Düsseldorf (WTEO) geht es allerdings nicht um die chinesische Kampfkunst.

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Es handelt sich um eine „Taktik- und Sicherheitsschulung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aus ihrem Aufgabenbereich heraus Konfliktsituationen mit Bürgerinnen und Bürgern ausgesetzt sind“, erklärt Stadtsprecher Ludger Böhne. Ziel sei es, die Mitarbeiter besser auf Konfliktmomente vorzubereiten und „ihnen Strategien zu vermitteln, wie mit solchen Situationen umzugehen ist und wie sie idealerweise deeskaliert werden können“.

Auch Lars Kirz, Inhaber der Selbstverteidigungsschulen, legt Wert auf die Unterscheidung zwischen dem Kampfsportbegriff „Kung-Fu“ und der Maßnahme „Taktik- und Sicherheitsschulung“. Er betont: „Die Behörden trainieren kein Kung-Fu und auch keine andere Stilrichtung oder Kampfkunst. Wir wurden beauftragt, ein passendes Taktik- und Sicherheitskonzept zu erstellen, welches spezielle, behördliche Anforderungen erfüllt.“

Effektiv und mit minimaler Eigengefährdung

Vermittelt werden Techniken für das Einschreiten und den Selbstschutz. Sie müssen laut Kirz verhältnismäßig, professionell, effektiv, rechtsstaatlich, deeskalierend, adressatenschonend und mit minimaler Eigengefährdung durchführbar sein. „Die taktischen Inhalte sollen eigensicheres Verhalten und Gefahrenbewusstsein schulen.“

Das Technikprogramm trägt den Namen „Avci System“. Es wurde von Salih Avci entwickelt und basiert unter anderem auf dem weitgehend waffenlosen Kung-Fu-Stil „Avci Wing Tsun“ und dem philippinischen Waffenkampf „Avci Escrima“.

Zu tatsächlich handgreiflichen Auseinandersetzungen komme es nur sehr selten, sagt Ludger Böhne. Die Mitarbeiter könnten aber oft nur schwer abschätzen, wie sich eine Konfliktsituation entwickelt. Die Schulung soll genau da ansetzen und die Mitarbeiter in die Lage versetzen, solche Situationen besser steuern zu können und sich sicherer zu fühlen.

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