Land lockert Schrauben für Dichtheitsprüfungen am Kanal: Dorstener Initiative atmet auf

Dichtheitsprüfungen

Die Regierungskoalition in Düsseldorf will die Stellschrauben für Dichtheitsprüfungen an Kanälen lockern. Das freut eine Bürgerinitiative in Dorsten.

Dorsten

, 13.12.2019, 08:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Land lockert Schrauben für Dichtheitsprüfungen am Kanal: Dorstener Initiative atmet auf

Eine bewegliche Kamera fährt bei einem Rohrreinigungsbetrieb durch ein Abwasserrohr. Die umstrittene Dichtheitsprüfung für private Abwasserleitungen in Nordrhein-Westfalen wird weitgehend abgeschafft. © dpa

Die Bürgerinitiativen gegen Funktionsprüfungen an privaten Abwässerkanälen in NRW feiern die Landesregierung für ihre Absicht, die verpflichtende Dichtheitsprüfung für Hauseigentümer zu kippen. Uwe Gellrich, Sprecher der Initiative „Alles-dicht-in-Dorsten“, gehört dazu.

„Eine verpflichtende Funktionsprüfung privater Abwasserkanäle wird es demnach nur bei Neubauvorhaben, bei wesentlichen Änderungen und in begründeten Verdachtsfällen geben“, hat Uwe Gellrich einem aktuellen Antrag der CDU- und FDP-Fraktion im Landtag entnommen. Der Landtag entscheidet in seiner Sitzung am 19. Dezember über den Antrag.

Starre Fristen werden nicht mehr berücksichtigt

Nach jetziger Rechtslage müssen Abwasserleitungen in Wasserschutzgebieten nach starren Fristen auf ihre Dichtheit überprüft werden, unabhängig davon, ob es Verdachtsmomente auf Leckagen gibt. Dorstener Betroffene und weitere betroffene Bürger im Land wehren sich seit 2007 gegen diese Handhabung, da die Untersuchung der Kanäle kostspielig sei und in vielen Fällen unnütz. Viele Bürger wurden zudem von unseriösen Unternehmen zu teuren Kanal-Untersuchungen überredet und zahlten die Zeche für ihre Gutgläubigkeit.

Genaue Beobachtungen erhärten den Verdacht

Begründete Verdachtsfälle kann der Bürger nun anhand eigener Beobachtungen feststellen. „Beschädigungen an Kanälen zeigen sich insbesondere dadurch, dass Material der Rohrleitungen abgelöst und ausgeschwemmt wird. Hier kann es sich um Sande, Erden, Scherben oder andere Fremdstoffe handeln“, heißt es im Antrag der CDU und FDP im Land. Sei dies der Fall, „ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Abwasserleitung undicht ist“.

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