Schülergruppen im Landtag in der Zeit vor Corona. © Landtag NRW/Wilfried Meyer
Coronavirus

Landtag lässt Schülergruppen trotz 3G-Regel für alle Besucher nicht ein

Der Landtag lässt nach längerem Lockdown Besuchergruppen wieder ein. Schülergruppen sind allerdings nicht erlaubt. Das kommt einigen Dorstenern sehr seltsam vor.

Dorstenern aus der Schulszene stößt auf, dass der Landtag in Düsseldorf aktuell wieder Besuchergruppen bis zu 25 Teilnehmern einlässt, Schülergruppen aber von einem Besuch im Parlament ausdrücklich ausschließt. „Trotz 3G-Regel für alle Gäste dürfen Schüler nicht rein, obwohl sie wieder Präsenzunterricht haben“ – sagt uns ein Anrufer. Er vermute, dass das mit der Infektionslage an Schulen zu tun habe.

Stein des Anstoßes für seine Kritik ist diese Formulierung auf der Homepage des Landtages: „Für Schülerinnen und Schüler können wir noch keine Besuchsprogramme im Haus anbieten. Als Alternative bieten wir digitale Entdeckertouren an.“

Begründung ist nachvollziehbar

Die offizielle Begründung, warum Schülergruppen zurzeit nicht im Hohen Haus empfangen werden, ist aber längst nicht so spektakulär, wie die kritischen Beobachter annehmen: „Wir bedauern das wirklich sehr, dass wir die Kinder und Jugendlichen momentan nicht bei uns begrüßen können. Das hat aber vor allem damit zu tun, dass wir erst einmal wieder einen Pool von studentischen Hilfskräften aufbauen müssen, die die Gruppen betreuen können“, sagt Landtagssprecher Dr. Stefan Malessa auf Anfrage.

Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung des Landtages, die ausdrücklich nichts mit der speziellen Corona-Situation an Schulen zu tun habe: „Die Schulprogramme für ganze Schulklassen des Landtags bleiben zurzeit noch ausgesetzt, da nach dem schwierigen vergangenen Schuljahr aktuell die Arbeit in den Klassen im Vordergrund steht. Mit Besuchergruppen können einzelne Schülerinnen und Schüler aber am Besucherangebot teilnehmen“, so Malessa.

30.000 Schüler sind jährlich im Hohen Haus

Glücklich sei man im Landtag nicht, dass die Kinder und Jugendlichen nicht wie vor Corona im Landtag willkommen geheißen werden können. „Wir hatten vor der Pandemie jährlich bis zu 30.000 Schüler im Haus“, sagt Malessa. Denn die politische Bildung und Information sei dem Landtagspräsidenten und seinen Stellvertretern ein wichtiges Anliegen. „Sie fahren auch gerne zu den Schulklassen raus, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.“

Ein Trostpflaster für politisch interessierte Schulklassen gibt es aber doch: „Zum Weltkindertag am 19. September bieten wir ein besonderes Programm für Kinder und Familien an. Und es ist beabsichtigt, voraussichtlich ab November auch wieder Gruppen von Schülerinnen und Schülern im Parlament zu begrüßen. Die digitalen Entdecker-Touren des Landtags für Schülerinnen und Schüler werden derweil fortgesetzt, um das Angebot politischer Bildung aktuell aufrechtzuerhalten“, sagt uns der Landtagssprecher.

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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