Landwirte leiden unter Missernten

Kirchhellen Das Wetter ist einfach unberechenbar. Ein sommerlicher Frühling und ein verregneter August haben ihre Folgen. Aufgrund der Witterungsverhältnisse haben vor allem die Getreidebauern mit Missernten und steigenden Produktionskosten zu kämpfen.

05.09.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Die gesamte Ernte in NRW liegt um 14 Prozent unter den Erträgen im Vorjahr", erklärt Friedrich Steinmann, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbandes. "Hier vor Ort sieht die Lage jedoch noch schlimmer aus. Bis zu 35 Prozent der Ernteerträge sind verdorben."

Das liege insbesondere an dem überdurchschnittlich heißen April. Die Böden, die zum Großteil aus Sand bestehen, seien ausgetrocknet und konnten auch vom vielen Regen im Mai nicht mehr für ausreichende Bewässerung sorgen. Steinmann selbst musste eine Roggen-Missernte verzeichnen. Nur die Hälfte der sonstigen Menge konnte der Landwirt einholen.

Diese Probleme werden Konsequenzen nach sich ziehen. "Die Getreidepreise steigen immer mehr an", so Steinmann. "Die Ernten sind überall auf der Welt schlecht ausgefallen." Ob nun auch die Verbraucher mit steigenden Preisen für Getreideprodukte rechnen müssen, verneint er. "Bei Brot und Backwaren muss sich niemand ernsthafte Sorgen machen. Die Preise werden vermutlich stabil bleiben", schätzt der Kirchhellener. "Anders sieht das zum Beispiel bei Schweinefleisch aus. Um die Tiere mit Futter zu versorgen, müssen die Landwirte welches dazu kaufen, denn das Getreide reicht nicht aus. Das hat eine Menge Kosten zur Folge, die sich nicht für jeden rechnen. Man muss davon ausgehen, dass einige Schweinemastbetriebe aufgeben werden. Das Angebot an Fleisch wird geringer und die Kosten pro Kilo steigen an", vermutet Steinmann.

Etwas Positives

Es gibt jedoch auch etwas Positives zu berichten. "Der Mais sieht sehr gut aus und die Ernte könnte in diesem Jahr überdurchschnittlich gut ausfallen", freut sich Friedrich Steinmann. Die Kolben wurden erst Anfang Mai gepflanzt, so dass die Trockenheit sie nicht angreifen konnte. "Mit dem Mais könnten die Futterbetriebe einen Ausgleich erhalten. Mal sehen, wie er sich noch entwickelt." kw

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