Über 80-Jährige aus Dorsten müssen den Weg zum Impfzentrum in Recklinghausen selbst organisieren. Die Stadt Dorsten gibt Tipps am Telefon, die Rufnummer steht im Anschreiben, das in diesen Tagen per Post kommen sollte. (Symbolbild) © dpa
Coronavirus

Langer Weg zum Impfzentrum: Hilfe für Dorstener Senioren gibt es vorerst nur per Telefon

Mehr als 30 Kilometer können es aus Dorsten bis zum Impfzentrum in Recklinghausen sein. Fahrdienste oder ähnliche Hilfen für Hochbetagte sind derzeit nicht vorgesehen.

Als Höchstrisikogruppe gehören über 80-Jährige zu den Ersten, die gegen das Coronavirus geimpft werden. Ab Montag (25.1.) sollen sie online unter www.116117.de oder telefonisch unter der kostenlosen Nummer (0800) 116 117 02 ihren Termin im Impfzentrum in Recklinghausen vereinbaren können. Den Weg dorthin müssen sie selbst organisieren.

Aus Dorsten sind es je nach Wohnort auch schon mal mehr als 30 Kilometer bis zum Impfzentrum. Die Möglichkeit, sich in einem räumlich näheren Zentrum im Nachbarkreis oder der Nachbarstadt impfen zu lassen, besteht nicht. Es gilt das Wohnortprinzip: Wer im Kreis Recklinghausen wohnt, muss ins Impfzentrum auf dem Konrad-Adenauer-Platz.

Fahrten innerhalb enger Kontaktkreise

Einen Fahrdienst mit Pendelbussen oder ähnliche Angebote zur Unterstützung der Hochbetagten wird es seitens der Stadt Dorsten und des Kreises Recklinghausen nach aktuellem Stand nicht geben. „Dies nicht aus Kostengrünen“, wie die Stadtverwaltung auf Anfrage mitteilt, „sondern vielmehr sollen notwendige Fahrten aus Infektionsschutzgründen möglichst innerhalb der eigenen Kontaktkreise (Familie, enge Freunde) organisiert werden.“

Hilfsbedürftigen Dorstenern bietet die Stadtverwaltung telefonische Beratung an. Die Rufnummer ist in dem Anschreiben genannt, das Impfberechtigte in diesen Tagen erreichen sollte. Öffentlich kommunizieren will die Stadt diese Nummer nicht: „Unter dieser Hotline werden keine Impftermine vergeben und es können keine medizinischen Fragen beantwortet werden“, heißt es.

Das Anschreiben soll auch Infos zu individuellen Lösungen enthalten, wie zum Beispiel der Antragsstellung auf Erstattung von Taxikosten bei der Krankenkasse. In einem dem Schreiben beiliegenden Brief bittet NRW-Gesundheitsminister Laumann diejenigen, die das Impfzentrum nicht besuchen können, um Geduld, bis Impfstoffe zugelassen sind, die von Hausärzten verabreicht oder problemlos von Haus zu Haus transportiert werden können.

Schnellbus fährt alle 15 Minuten vom ZOB

Vom ZOB in Dorsten fährt die Buslinie SB25 alle 15 Minuten zum Hauptbahnhof Recklinghausen. Von dort sind es etwa 10 Minuten zu Fuß zum Impfzentrum. Ohne viel Fußweg kommt man vom Recklinghäuser Hauptbahnhof am besten mit der Buslinie 235 zum Impfzentrum, indem man an der Haltestelle „Kreishaus“ aussteigt, die sich direkt am Impfzentrum befindet.

Laut einer Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) von Ende Dezember möchten sich mehr als 71 Prozent der Hochbetagten gerne impfen lassen. Jedoch fühlt sich nur jeder Vierte der Impfwilligen in der Lage, die Impfzentren auch eigenständig aufzusuchen. „Die Anmeldung für die Impfung, die Erreichbarkeit der Impfzentren sowie die erforderliche Mobilität, stellt viele in der derzeit wichtigsten Zielgruppe der Impfstrategie vor eine nahezu unlösbare Aufgabe“, sagte DDG-Präsident Prof. Hans Jürgen Heppner.

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Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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