Michael Martin im vergangenen Jahr auf dem Dorstener Markplatz. © Robert Wojtasik (Archiv)
Weihnachten

„Lasse mir Weihnachten nicht vermiesen“: Weihnachtsmann wird in der Krise kreativ

Vor einem Jahr verteilte er noch Geschenke in Dorsten, wo einst seine Karriere begann. Michael Martin ist auch in diesem Jahr wieder als Weihnachtsmann unterwegs, nur etwas anders als sonst.

In diesem Jahr gibt es keinen Kuschelkurs mit dem Weihnachtsmann. Zumindest nicht mit dem, den Michael Martin verkörpert. „Den Weihnachtsmann mal drücken oder auf seinem Schoß sitzen – das geht alles nicht“, sagt Michael Martin, der Mitte der 90er-Jahre mehrere Jahre in Dorsten lebte und hier seine Karriere als Weihnachtsmann begann.

Im Vorjahr besuchte „der einzig wahre Weihnachtsmann“, wie Martin sich nennt, auch Dorsten und verteilte noch Geschenke in der Fußgängerzone. Immer ein bisschen unter Zeitdruck, denn die Weihnachtszeit bedeutet für den 55-Jährigen auch Stress. Im positiven Sinne allerdings, weil der Marler sich seinen Jahresurlaub schon immer ganz bewusst für Dezember aufspart, um dann möglichst viele Termine als Weihnachtsmann wahrnehmen zu können: in Altenheimen und Einkaufszentren, auf Firmenfeiern oder direkt bei Familien zu Hause.

Als klar war, dass es Corona-bedingt ein anderes Weihnachten wird als sonst, hat sich Michael Martin gleich Gedanken gemacht. „Deshalb lasse ich mir Weihnachten nicht vermiesen“, sagt er. Wenn er Kinder zu Hause besucht, dann nur mit Maske und unter Einhaltung der Abstandsregel. Die Bescherung hat auch schon mal im Garten stattgefunden. Insgesamt sei die Nachfrage seitens der Familien aber „etwa um die Hälfte eingebrochen“, sagt Martin.

Virtuelle Weihnachtsgrüße

Aber auch der Weihnachtsmann bewegt sich inzwischen sicher in der virtuellen Welt: Für ein Immobilienunternehmen stand Martin als Weihnachtsmann vor der Kamera und backte Plätzchen. „Das war auch eine Premiere für mich“, sagt er. In Videokonferenzen plante er Weihnachtsshows mit Hochschulen. Und auch ein Videochat mit Kindern ist möglich.

Manchmal erreichen Martin Sprachnachrichten von Kindern, deren Familien er früher mal besucht hat und die seine Handynummer noch gespeichert haben. „Die Kinder fragen dann häufig, wie es dem Weihnachtsmann geht und bekommen selbstverständlich auch eine Antwort von mir per Sprachnachricht“, sagt Martin. Er begrüßt die Kinder dann immer mit dem charakteristischen „Ho, ho, ho“, das er so lange trainiert hat, und das reiche oft schon für ein bisschen Weihnachtsfeeling.

Die Zeit sei nicht einfach, sagt Martin. „Wir müssen alle auf vieles verzichten. Aber den Kopf in den Sand stecken, hilft gar nichts.“ Gerade weil Weihnachten dieses Jahr anders sein wird, müsse man „die Werte weiter aufrecht erhalten und an diese Dinge glauben“, betont er. „Als Weihnachtsmann kann ich nur sagen: Freut euch auf den weihnachtlichen Zauber und dass ihr gesund seid – und gebt die Hoffnung nicht auf.“

Über den Autor
Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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