Laula Plaßmann präsentiert ihre Familienbilder im Jüdischen Museum

DORSTEN Seit Sonntag können die Familienbilder der Künstlerin Laula Plaßmann im Jüdischen Museum besichtigt werden. Es sind ganz besondere Familienbilder.

von Von Anne Wecking

, 15.03.2009, 16:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Laula Plaßmann präsentiert ihre Familienbilder im Jüdischen Museum

Maler und Künstlervermittler Christian Heeck, Laula Plaßmann und Museumsdirektor Dr. Norbert Reichling (v.l.).

„Bilder haben die Gabe, ins Leben zurückzuführen. Sie sind Erinnerungszeichen und erzählen Geschichten von Menschen, die damit nicht mehr vergessen sind und einen Namen haben“, verdeutlichte Maler und Kunstvermitteler aus Münster, Christian Heeck, in seiner Einführungsrede den ungefähr 115 geladenen Gästen. Diese zeigten sich beim Betrachten der Porträts tief bewegt, nutzten die Ausstellung als einen Ort des Gespräches und als Austauschmöglichkeit über nationalsozialischtische Vergangenheit. So beeindrucken die Arbeiten Plaßmanns vor allem mit dem sich in den Bildern widerspiegelnden geschichtlichen Hintergrund oder wie Christian Heeck betonte: „Die Bilder geben nicht nur einen Teil der Wirklichkeit wieder, sondern beschwören sie geradezu herauf.“

Besonders 13 der größtenteils mit Tusche, Acryl- und Pastellfarben gefertigten Werke wirken berührend, da neben den Bildern sehr persönliche Texte aufgehängt wurden. So zum Beispiel ein Text über Dinah, eine exzentrische Dichterin, deren Gesicht krumm und schief, aber von seltsamer Faszination gewesen sein soll. Immer wenn Dinah frisch verliebt war (so alle 3 bis 4 Monate), schrieb sie Verse von großer Innigkeit und Schönheit. Krisenhafter Prozess „Die Idee, die eigene Vergangeheit auf diese Art und Weise aufzuarbeiten, war ein krisenhafter, lang andauernder Prozess“, beschreibt Künstlerin Laula Plaßmann ihre Arbeit. Die meisten der ausgestellten Arbeiten sind in den letzten zwei Jahren entstanden und werden noch bis zum 16. April im Jüdischen Museum zu sehen sein. Museumsleiter Norbert Reichling hofft, dass die Porträts daran erinnern, die Brutalität der Shoa nicht zu vergessen. Oder wie ein Jiddisches Lied besagt: „Das Lied vom Frieden, vom wirklichen Frieden und nicht nur von einem Traum wahr werden zu lassen.“ 

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