Lea Spachowski und Dennis Lage betreiben eine kleine Schneckenzucht im Wohnzimmer. Mittlerweile leben 2.500 Tiere unter ihrem Dach. © Julian Schäpertöns
Schneckenzucht

Lea und Dennis leben in Dorsten mit 2.500 Schnecken unter einem Dach

Lea und Dennis aus Dorsten haben ein schleimiges Hobby: Sie züchten Schnecken. Auf dem Instagram Schnecken_Channel informieren sie ihre Follower über Zucht und Pflege.

Der Sinn des Ganzen ist, dass wir uns für den Artschutz unserer heimischen Schnecken einsetzen“, erzählt die 24-jährige Portraitfotografin Lea Spachowski. Zusammen mit ihrem Freund Dennis Lage kümmert sie sich zurzeit um 2.500 Schnecken, die in zehn Terrarien im heimischen Wohnzimmer auf der Hardt leben. „Im Frühjahr wollen wir die ersten Schnecken in die Natur aussetzen“, so Lea.

Die Schnecken werden gezüchtet, um sie im Frühjahr in der Natur auszusetzen. Hier haben Schnecken eine Lebenserwartung von bis zu acht Jahren.
Die Schnecken werden gezüchtet, um sie im Frühjahr in der Natur auszusetzen. Hier haben Schnecken eine Lebenserwartung von bis zu acht Jahren. © Julian Schäpertöns © Julian Schäpertöns

Angefangen hat alles im Oktober 2019 mit der gefleckten Weinbergschnecke Franky. Der Anlagenmechaniker Dennis Lage findet die Schnecke mit einem kaputten Haus auf einer Baustelle. Er nimmt sie mit nach Hause, um sie wieder aufzupäppeln. Freundin Lea weiß noch aus ihrer Schulzeit, was zu tun ist, und gibt Franky Eierschalen, um sein Haus zu reparieren.

Zwei weitere Schnecken aus dem Garten geholt

„Damit Franky nicht allein ist, haben wir zwei weitere Schnecken aus dem Garten geholt“, erinnert sich Dennis Lage. Nach kurzer Zeit legen die Schnecken erste Eier. „Das haben wir gar nicht bemerkt“, erzählt Lea. „Erst als wir Weihnachten nach Hause kamen, haben wir 50 kleine Schnecken entdeckt. Wir waren total überrascht.“

Einmal im Monat legen die Schnecken neue Eier.
Einmal im Monat legen die Schnecken neue Eier. © Julian Schäpertöns © Julian Schäpertöns

Seitdem wächst die Schneckenzucht der beiden Dorstener rasant. Im Schnitt legen die Schnecken einmal im Monat neue Eier. Elterntiere und der Nachwuchs werden in getrennten Terrarien gehalten, um Inzucht zu vermeiden und die Vermehrung zu kontrollieren.

Auch einige afrikanische Riesenschnecken, die nicht in Deutschland heimisch sind, leben bei Lea und Dennis.
Auch einige afrikanische Riesenschnecken, die nicht in Deutschland heimisch sind, leben bei Lea und Dennis. © Julian Schäpertöns © Julian Schäpertöns

Neben zwei heimischen Weinbergschneckenarten und Schnirkelschnecken leben nun auch afrikanische Riesenschnecken in einem Terrarium. Auf Instagram informieren Lea und Dennis über ihre Zucht und laden auf ihrem Schnecken_Channel regelmäßig Bilder hoch. „Wir wollen damit Vorurteile gegenüber Schnecken abbauen“, erklärt Lea. Denn für die beiden sind Schnecken faszinierende Tiere.

„Schnecken sind sehr entspannte Tiere. Es ist erstaunlich, wenn man nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommt und sich für ein paar Minuten vor das Terrarium setzt, wie schnell man entspannen kann“, erzählt Lea. Die Tiere seien zwar pflegeleicht. Doch bis zu einer Stunde täglich kümmern sich beide um die 2.500 Tiere. Und einmal im Monat werden alle Terrarien sauber gemacht. Dafür brauchen sie bis zu zehn Stunden.

Mit den Schnecken wird auch „gekuschelt“

Auch „gekuschelt“ wird manchmal. Die Schnecken werden dazu rausgenommen und in der Hand gehalten. „Die Tiere mögen die Körperwärme“, erklärt Lea. Und auch Schneckenrennen wurden schon veranstaltet. Aber eins kommt für die Dorstener nicht infrage: Ihre Tiere landen nicht im Kochtopf.

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Ich bin in Dorsten aufgewachsen und lebe seit einigen Jahren in Kirchhellen. Die Region kenne ich also von klein auf. Trotzdem entdecke ich durch meine Tätigkeit als Journalist immer wieder neues. Die lokale Berichterstattung finde ich spannend, weil ich dadurch viele nette Menschen kennenlernen darf und immer mitten im Geschehen bin. Als Fotograf ist mir dabei wichtig, meine Geschichten auch immer visuell ansprechend zu gestalten.
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