Leiter Oliver Grimm verlässt das Gemeinschaftshaus

Wechsel zum Caritasverband Gladbeck

Die Entscheidung – und damit seinen Abschied – hat er sich nicht leicht gemacht. „Mit mehr Planungssicherheit hätte ich den Schreibtisch nie geräumt, mir hat die Arbeit viel Spaß gemacht“, sagt Oliver Grimm, der neun Jahre lang in Diensten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) das Gemeinschaftshaus Wulfen geleitet hat.

Wulfen

, 22.08.2017, 17:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Oliver Grimm und Marlies Krause-Flaßbeck freuen sich schon auf das Begegnungsfest.

Oliver Grimm und Marlies Krause-Flaßbeck freuen sich schon auf das Begegnungsfest.

Aber da für den 42-jährigen Diplom-Pädagogen und dreifachen Familienvater „keine klare Tendenz“ erkennbar sei, ob AWO und Stadt Dorsten den 2008 abgeschlossenen 10-Jahres-Nutzungsvertrag für das Haus verlängern werden, wechselt er nun zu einem anderen Wohlfahrtsverband, zur Caritas Gladbeck.

„Der Gesprächsprozess zwischen Awo und Stadt zieht sich schon so lange, ich wollte aber eine Perspektive“, so der in Feldhausen lebende Oliver Grimm auf Nachfrage unserer Zeitung. So musste er nicht lange überlegen, als er die Stellenanzeige entdeckte, mit der für die Caritaswerkstätten in Gladbeck der Leiter des Bereiches für Menschen mit schwerstmehrfachen Behinderungen gesucht wurde.

"Halbmutiger Schritt"

„Mein Wechsel ist aber nur ein halbmutiger Schritt“, sagt er. Denn bei der dortigen Caritas hat Grimm vor dem Studium seinen Zivildienst absolviert, und in Gladbeck war er beruflich schon mal über längere Zeit für die AWO tätig. Dass er diese nun nach 18 Jahren verlässt, verschafft ihm ein Wechselbad der Gefühle. „Es ist aber eine große Chance, denn bald arbeite ich mit einem zehnköpfigen Team und 20 bis 25 Beschäftigten in den Werkstätten.“

Oliver Grimm war 2008 Leiter des Gemeinschaftshauses Wulfen geworden. Kurz zuvor hatte die AWO das Haus von der Stadt übernommen, die es aus Kostengründen nicht mehr selbst betreiben wollte und seitdem einen jährlichen Zuschuss zahlt. Grimm wollte das Haus als „sozialen und kulturellen Mittelpunkt“ des Stadtteils aufrecht erhalten. „Ich kann guten Gewissens auf meine Arbeit zurückblicken“, sagt er. „Auch wenn es manchmal schwer war, weil man viele Dinge immer wieder neu anschieben musste.“

"Eine tolle Schule"

Oliver Grimm bedankt sich bei seinem Team, seinen vielen Kooperationspartnern. Viele engagierte Menschen habe er hier kennengelernt, „und nebenan ist eine tolle Schule“. Für alle Barkenberger hätte er es gerne gesehen, wenn es auch einen „strukturellen Fortschritt innerhalb des Stadtteils“ gegeben hätte. „Ich wäre glücklicher, wenn der Wulfener Markt und die Ladenzeile anders aussehen würden“, sagt Grimm, „auf der anderen Seite kann man froh sein, dass das Gemeinschaftshaus nicht den gleichen Weg gehen musste“.

„Echte Hausnummer“

Oliver Grimm will keine Veranstaltung, kein Projekt besonders herausheben. „Das würde andere abwerten.“ Dennoch nennt er das diesjährige Begegnungsfest, „das war eine echte Hausnummer und hat gezeigt, wie der Stadtteil zusammenhält“. Er drückt die Daumen, dass sich AWO und Stadt auf eine Vertragsverlängerung einigen, „und dass es mit einem sehr guten Programm weitergeht“. Bis dahin wird Marlies Krause-Flaßbeck, mit der er seit drei Jahren ein Leitungsteam bildet, die Geschicke im Gemeinschaftshaus lenken.

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