Nach 115 Jahren: Lembecker Traditionsgeschäft schließt zum Jahresende

mlzRäumungsverkauf

Nach 115 Jahren schließt zum Jahresende eines der ältesten Geschäfte in Lembeck. Die Entscheidung hat nicht nur mit dem Alter der Betreiber zu tun.

Lembeck

, 28.11.2019, 12:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Räumungsverkauf“ steht in großen Lettern an den Schaufenstern an der Wulfener Straße in Lembeck. Kleine Prozentzeichen an den Regalen signalisieren: Alles muss raus in den nächsten Wochen! Bilder und Bilderrahmen, Vasen, Kerzenhalter und die vielen anderen Dinge, die Räume wohnlicher machen.

Mit 78 Jahren noch im Geschäft

Marcus Löken hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber sie war alternativlos. Sein Vater Bernhard Recker ist 83 Jahre alt, seine Mutter Doris 78. „Sie steht noch immer jeden Tag mit meiner Frau Elli im Laden“, sagt der Geschäftsinhaber. „Den Ruhestand hat sie sich wirklich verdient.“

Dass „Recker Raumdesign“ zum Jahresende für immer schließt, hat aber auch andere Gründe. „Es kommen zu wenige Kunden“, gibt Marcus Löken, der das Familienunternehmen in vierter Generation führt, unumwunden zu. „Viele kaufen Wohnaccessoires mittlerweile lieber im Internet, große Drogeriemärkte bieten beispielsweise Bilderrahmen zu Preisen an, die wir nicht halten können.“

„Viele kaufen Wohnaccessoires mittlerweile lieber im Internet.“
Marcus Löken

Löken, Malermeister und Restaurator im Handwerk, konzentriert sich künftig auf die Dienstleistung im Malerhandwerk. „Auch Glaserarbeiten werden wir weiterhin anbieten.“ Der Ausstellungsraum gleich neben dem Ladenlokal wird derzeit erweitert, um die Kunden „bestens bei der Umsetzung ihrer Wünsche zu unterstützen“.

Die Tapetenabteilung wird in die umgebauten Räume integriert, außerdem sollen dort Mal- und Gestaltungstechniken ausgestellt werden. Für das Ladenlokal sucht Marcus Löken einen Mieter. Bernhard und Doris werden mit Interesse verfolgen, wer unter ihnen einzieht.

Nach 115 Jahren: Lembecker Traditionsgeschäft schließt zum Jahresende

Für das Ladenlokal sucht Marcus Löken jetzt mit seinen Eltern einen Mieter. © Stefan Diebäcker

Das Haus hat der Senior Anfang der 1970er-Jahre gebaut. „Wir hatten vorher nur ein kleines Ladenlokal“, erinnert er sich. Nach der Hochzeit (1982) war Ehefrau Doris fast jeden Tag mit im Laden. Bald werden die Eheleute ausreichend Gelegenheit haben, sich an diese Zeit zu erinnern.

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